Abgebrannt – So fühlt sich derzeit der Trainer des 1. FC Schalke 04, Ralf Rangnick. Verständlich, schließlich muss er etwa 30 unterschiedliche Spielercharaktere im Zaum halten und daraus ein Team formen. Nach dem Spiel wird er am Erfolg gemessen und dafür maßgeblich verantwortlich gemacht. Bevor es ihm über den Kopf wächst, zieht der 53-jährige die Konsequenzen und nimmt eine Auszeit. Konsequent. Eine Auszeit nehmen wollen derzeit auch viele Bankberater, denen geht es nämlich ähnlich. Geht es nach den Marketingmaßnahmen will das Gro der Kunden scheinbar 5% auf das täglich verfügbare Tagesgeld haben und auf den Ratenkredit mit 60 Monaten Laufzeit möglichst 0% zahlen. Dass die digitale Lohntüte – Girokonto – eh schon kostenfrei ist, gilt wohl mittlerweile als gesetzt. Viele Finanzinstitute machen mit und meinen sich gegenseitig bis zum Kollaps überbieten zu müssen. Inkonsequent. In Wirklichkeit geht es vielen Kunden gar nicht allein um die Konditionen. Sie wollen Kommunikation, Gesten und Beratung, die Vertrauen schaffen. Gehen Sie doch zum Beispiel einfach mal in die Q110 der Deutschen Bank in Berlin oder besuchen die Kreissparkasse Köln. Die Kollegen haben eines in ihren Vorträgen auf dem Kongress CRMforBANKS, der letzte Woche in Köln stattfand, eindrücklich gezeigt: Kunden sind keineswegs mit einem Esel zu vergleichen, der mit einer Möhre vor der Nase gelockt wird. Gut, die Esel pardon Kunden gibt es auch, aber es sollte vielmehr darum gehen eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen und das geht mit den einfachsten Mitteln. Sei es ein Kaffee in einer loungeartigen Geschäftsstelle bei einem unverbindlichen Dialog oder die Möglichkeit die Kinder während eines Baufinanzierungsgespräches in geschulte Hände zu geben. Es gibt Ideen und Ansätze – packen wir es an!

Abgefrühstückt – So muss sich derzeit Griechenland vorkommen. Die Zeichen stehen mehr denn je auf Sturm. Seien es die Bürger die gegen jede angekündigte Sparmaßnahme rebellieren – unverständlich, weil die Krise sehenden Auges auf sie zukam – oder die immer lauter werdenden Stimmen, die vor dem Super Gau – einer endgültigen Staatspleite – warnen. Gut, dass meine Eltern zurzeit dort im Urlaub sind. Hoffentlich haben sie schon mein kleines Stück Neu-Griechenland abgesteckt. Schließlich werden da gerade deutsche Steuergelder sprichwörtlich in den Sand gesetzt. Keine Bank gibt einem Bilanzfälscher einen weiteren Kredit – vor allem nicht wenn dieser keine Verhaltensänderungen zeigt!

Abgesetzt – Das gilt eventuell für die FDP, was sich spätestens bei der nächsten Bundestagswahl zeigen wird.

Foto von KateLeigh – www.istockphoto.de

TEILEN
Vorheriger ArtikelBANKINGNEWS Ausgabe 14 vom 23.09.2011
Nächster ArtikelDie Folgen der Euro-Schuldenkrise
Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

*

code