th – Diese drei Worte werden wohl die strapaziertesten Begriffe der Bankbranche im laufenden Jahr.

Und es hätte so schön sein können: Suprimekrise erkannt,Suprimekrise gebannt. Bilanz 2007 schließen und der Welt verkünden, dass wir mit einem blauen Auge davon gekommen sind. In Deutschland ist das Schreckgespenst Bankenkrise abgewendet.

Aber das Gegenteil ist der Fall: Zum einen wird deutlich, dass der Abschreibungsbedarf im vierten Quartal des abgelaufenen Jahres teilweise deutlich höher ausfällt als prognostiziert, zum anderen werden die Stimmen immer lauter, dass wir die Krise nicht am 31.12. zu Grabe getragen haben werden.

Die Zentralbanken denken derzeit laut über Zinssenkungen, die Börsen über Rezessionsangst und Anleger über eine Umschichtung in Anleihen nach.

Die Deutsche Bank will sich Luft machen bei der Anzahl der Investmentbanker, die UBS beim Engagement mit vermögenden Amerikanern und der ein oder andere Vorstand macht sich Luft, weil man ihn nicht richtig versteht, man es doch nicht wusste und sowieso alles halb so schlimm ist.

Dubai und China nutzen die Chance in der Schweiz einzukaufen und die Politik ist mal wieder auf der Suche nach dem schwarzen Peter, denkt über neue Gesetze, Reglementierungen und Verordnungen nach.

Im Kern ist es wie immer: Schuld sind immer die Anderen. Schuld sind die amerikanischen Hausbesitzer, die amerikanischen Banken, die Heuschrecken, die blinden Aussichtsräte, die unfähigen Wirtschaftsprüfer und zu guter Letzt natürlich die BaFin. Na, bei der Liste ist ja für jeden etwas dabei.

Noch mehr Kontrolle will niemand, doch wenn etwas schief geht, dann ist die Kontrolle Schuld.

Bei der letzten Strukturkrise der Banken in den 90er Jahren verglich der damalige Deutsche Bank-Vorstand Ulrich Cartellieri unsere Branche mit der Stahlindustrie und sagte sinngemäß, die haben hinter sich, was wir noch vor uns haben. Jetzt passt der Vergleich mit der Automobilindustrie. Hat man früher auf die Qualitätsendkontrolleure am Ende des Produktionsbands geschimpft, wenn ein Auto mit einem Defekt ausgeliefert wurde, trägt heute jeder Handwerker in der unmittelbaren Autoproduktion und Zulieferkette selbst die Verantwortung für die Qualität seiner Arbeit. Autonome Arbeitsgruppen und Permanente Verbesserung sind nur zwei Modelle die hier greifen. Modelle, welche auch Charme in unserer Branche hätten.

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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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