Symbolbild; Bildnachweis: iStock.com/tap10

Die erste Bank, die Alexa einen Banking-Skill verpasst hat, ist die comdirect. Dort kann der Kunde jetzt das „Trading der Zukunft erleben“. Naja, sagen wir mal, den Einstieg in die Zukunft, denn zunächst können Kunden via Sprachsteuerung nur Aktienkurse abfragen.

Die Dinge des täglichen Lebens mit Sprache zu steuern, ist eine feine Sache. Im Navi des Autos entfällt das Drehrad-Roulette bei der Eingabe des Zielorts und um Bewegung noch weiter zu reduzieren, kann ich heute schon den Fernseher vom Sofa  per Sprachbefehl einschalten. Nur das Bier muss ich noch per pedes aus dem Kühlschrank holen.

Richtig spannend wird die Sprachsteuerung, wenn wir komplexe Vorgänge mit einem kurzen Befehl erledigen: „Alexa, überweise die letzte Rechnung von Zalando!“ Das macht Alexa in Sekunden. Wir müssten das Onlinebanking starten, die Rechnung in den Mails suchen und so weiter. Gerade Sprache kann komplexe Vorgänge recht einfach anstoßen und erledigen. Doch Sie kennen das mit den zwei Seiten der Medaille: Die gibt es auch hier. Der günstige Einstieg in diese Technologie signalisiert, dass die Betreiber auf eine Zweitverwertung der Daten setzen. Nicht ohne Grund hat Alexa eine Kollegin bei Google und Apple. Aber was passiert mit unseren Daten? Wie schützt „Bank“ den Kunden vor Missbrauch? An Datenschutz und Datensicherheit müssen in Zukunft noch höhere Anforderungen gestellt werden, weil es noch mehr Kanäle geben wird, die Gauner ausspionieren können.

Das Thema Daten-Ethik muss diskutiert werden

Viel wichtiger ist es jedoch, dass wir uns dem Thema Daten-Ethik widmen. Wird meine Versicherung teurer, wenn Alexa jeden Abend einen Sektkorken knallen hört? Sperrt mein Leasinggeber mein Auto, weil Alexa vermutet, ich hatte gestern zu viel Bier? Und wem sollen wir für all die Fragen die Verantwortung geben? Dem Gesetzgeber, dem Kunden, dem Anbieter? In jedem Fall braucht es eine konstruktive öffentliche Diskussion.

TEILEN
Vorheriger ArtikelCommunity Life
Nächster ArtikelDigitalisierung – Pflicht oder Kür?
Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

*

code