Der Beschluss zu strengeren Eigenkapitalvorschriften ab 2015 (Basel III), der Vorstoß aus Brüssel nun erneut Leerverkäufen eventuell sogar zu verbieten und viele andere kleine Gesetze innerhalb der Bank- und Finanzbranche sind die Ergebnisse der damaligen US-Banken-Pleite, die auch hierzulande beinahe zu einem Bankenkollaps hätte führen können.
Chefaufseher Sanio antwortete im vergangenen Jahr auf die Frage, welche Auswirkungen eine HRE-Pleite für den Deutschen und Europäischen Finanzmarkt hätte haben können, ganz trocken, das wir am Montag aufgewacht wären und uns im Film „Apokalypse now“ wiedergefunden hätten. Das Moratorium für die HRE war bereits vorbereitet und beschlossen, da hat man sich doch für einen Erhalt der Bank entschieden um den, so Sanio damals vor dem Ausschuss des Bundestages, Weltuntergang des Finanzsystems zu verhindern. Über 100 Milliarden Euro Kapital und Bürgschaften hat der Staat seither in die HRE gepumpt und jetzt sollen noch einmal 40 Milliarden an Bürgschaften hinterher kommen. 40 Milliarden für eine einzelne Bank, eine Summe für die in Stuttgart seit Tagen hunderte von Menschen die Bäume hochklettern um diese und den dortigen Sackbahnhof zu erhalten.
Wer heute mit Sicherheit sagen will, was passiert wäre, wenn man die HRE wirklich abgewickelt hätte, muss ein wahre Profi im Lesen von Kaffeesatz und Glaskugeln sein. Es ist wie es ist und es ist ja nicht schlecht. Die Wirtschaft soll in diesem Jahr ein Wachstum von ca. 3% erleben, kaum einer hätte dies vor ein- bis zwei Jahren für Möglich gehalten. Fünf Millionen Arbeitslose waren für das Jahr 2010 schon hingenommen, jetzt sind gerade mal knapp über drei Millionen, Tendenz sinkend.

Alle Gut? – Wie geht es weiter?

Auch die Antwort auf diese Frage lässt sich ohne Glaskugel nicht beantworten. Viele Anzeichen versprechen einen positiven Wirtschaftverlauf auch für die nächsten Jahre, aber es gibt auch Warnzeichen. So läuft die Wirtschaft in den USA alles andere als gut, der Wohlstand der Bürgen wurde zum größten Teil über Kredite und nicht über Löhne finanziert. Wenn die USA eine Wirtschaftsgrippe bekommen, dann bedeutet dies für ein Exportland wie Deutschland mindestens Schnupfen. Wie werden sich China und Indien weiter entwickeln und welchen Teil haben wir daran.
Bekommen wir in Deutschland uns er demografisches Problem in den Griff? Ein Problem, welches einen enormen Druck auf das Renten- und Gesundheitssystem ausübt. Wir haben weder Montagmorgen, noch sind wir im Film, aber wir haben vieles in der Hand. Wenn wir es auch anpacken und nicht im Rahmen von vierjährigen Wahlperioden versanden lassen.

© Foto by Joey Boylan – www.istockphoto.com
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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen.

Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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