Bleibt die Frage: Wann? Bei OECD und dem ein oder anderen Wirtschaftsforschungsinstitut ist der Aufschwung sogar schon angekommen und hier und da wird der Aufschwung sogar schon mit Superlativen versehen.

Die OECD macht diesen gewaltigen Aufschwung am Bruttoinlandsprodukt (BIP) fest. Für Deutschland rechnet man nicht mehr mit einem Rückgang des BIP um 6,1 Prozent, sondern um nur noch 4,8 Prozent. Und weil Deutschland nicht so stark schrumpft wie zunächst prog-nostiziert, geht man von einem starken Wirtschaftswachstum im zweiten Halbjahr aus.
Auch der ifo-Geschäftsklima-Index steigt im August und damit bereits seit fünf Monaten. Schließlich rechnet das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) mit einem Wachstum von zwei Prozent im zweiten Halbjahr 2009.
Banken kommen bei der aktuellen Wirtschaftsbetrachtung gut weg und können sich zunächst aus der „Böse-Buben-Ecke“ befreien. Die Konditionen im Interbankenhandel sind wieder auf dem Niveau wie vor der Krise, man leiht sich wieder Geld. Selbst die angeschlagene Hypo Real Estate versucht sich wieder mit einer ersten Pfandbriefemission in Höhe von 1,5 Mrd. Euro.
Doch bevor Sie sich nun aufmachen, den Champagner aus dem Eisfach zu holen und die Wirtschafts-Party starten, gibt es durchaus noch ein paar Signale zum Innehalten. So hat jüngst der Verband der Maschinenbauer seine Prognosen für 2009 nach unten korrigiert. Manche Maschinenbauer rechnen auch für 2010 nicht mit einer Verbesserung. Manch einer spricht sogar von einer Marktbereinigung von bis zu 50% im deutschen Maschinenbau-Gewerbe. Im Juni brach der Auftragseingang bei den Maschinenbauern um 43% ein. Da wird der Champanger zumindest in dieser Branche wohl im Kühlschrank bleiben.
Auch die Steigerung der Industrieaufträge im Juli auf 3,5% steigert den Optimismus nur auf den ersten Blick, denn beim zweiten Blick hätte ein fehlender Rüstungsauftrag aus Berlin zu einer Stagnation im Juli geführt.
Schließlich macht auch der Präsident des Bundesverbands Deutscher Banken, Andreas Schmitz, dieser Tage nicht unbedingt Mut. Schmitz geht von einer Kreditklemme für das erste Halbjahr 2010 aus, wenn die neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken im geplanten Ausmaß kommen. Die Schwachstellen bei der Eigenkapitalausstattung von Banken beseitigen wir nur durch eine risikoadäquate, passgenaue Stärkung der Eigenkapitalpuffer – nicht durch pauschal mehr Eigenkapital, so Schmitz auf der Handelsblatt-
Tagung in Frankfurt.

© Foto by redbaron/www.stockexpert.com

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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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