Bänkchen, wechsel dich

Von Banken werden agile Methoden und Transformation gefordert, aber wehe, man ändert tatsächlich etwas.

Wenn Unternehmen den Leitspruch „nichts ist so beständig wie der Wandel“ ernst nehmen und sich permanent hinterfragen, permanent verändern und heute schon das Gestern auf den Kopf stellen, hagelt es nicht selten Kritik. Und wenn dieses Unternehmen auch noch die Deutsche Bank ist, dann kommt diese Kritik schneller als gedacht. Jüngst sprach John Cryan davon, dass jeder zweite Arbeitsplatz in der Branche gefährdet sei, und stellte ganz heimlich einen eigenen Robo Advisor ins Web. Damit hat die Abbau-Drohung einen Schuldigen: den ROBIN. Wir lernen: Wenn die Banken zu langsam sind und sich nicht an die Schlagzahl der Fintechs anpassen, sind sie dem Untergang geweiht. Wenn sie sich anpassen und Personalabbau betreiben, dann…

Noch mehr Wandel bei der Deutschen Bank: Die Asset-Management-Tochter heißt in Zukunft wieder DWS. Das hat auch international einen besseren Klang als Deutsche AM. Rein in die Pantoffeln, raus aus den Pantoffeln – das kann die Deutsche Bank gut. Die Kollegen der Postbank können ein Lied davon singen, auch die Ex-Mitarbeiter der Berliner Bank, vor allem jene, die jetzt zudem Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank sind. Zugegeben, als ich die Kritik über den Börsengang der DWS las, dachte ich zunächst, dass hier Potenzial für einen neuen DB-Verriss schlummert. Doch eigentlich geht die Bank nur mit der Zeit: Wandel ist keine leere Worthülse mehr, vielmehr schreitet er heute schneller voran denn je. Zu Recht löst dies bei vielen Unsicherheit und Angst aus.

Die Lösung: Veränderung mitgestalten, vor allem auf Ebene von Politik und Gesellschaft. Diese können mit der exponentiellen Veränderungsrate, die uns die Technologie vorgibt, nicht im Geringsten mithalten. Politik und Gesellschaft bewegen sich gerade mit 30 Schritten á einem Meter weiter, werden aber 25 Mal von der Digitalisierung überrundet. Die macht zwar auch nur 30 Schritte, aber jeden Schritt doppelt so lang wie den vorherigen. Das klingt wenig, sind aber tatsächlich 25 Erdumrundungen.

Ich wünsche Ihnen allen ruhige Feiertage und einen guten Rutsch ins Jahr 2018. Tanken Sie Energie, um die Veränderungen im kommenden Jahr mitzugestalten.

Ihr Thorsten Hahn

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