Nein, keine Angst. Nach den beiden Testergebissen aus Finanztest und Capital hat es keine Verhaftung von schlechten BEratern gegeben, manchmal hat man das Gefühl, die Tester würde es aber gerne sehen.

Gesetze müssen beachtet werden, da gibt es keinen Zweifel. Verlangt der Gesetzgeber die Herausgabe eines Protokolls, dann muss es dieses Protokoll geben.  Gibt es kein Protokoll droht Knast, naja zunächst reicht ja auch ein Knöllchen.


Ob indes ein solches Protokoll die eigentliche Beratungsleistung wirklich verbessert, möchte ich bei aller Kritik, die ich mir dadurch einhandeln könnte, durchaus bezweifeln.
 
Ob zudem die Testdesigns wirklich der Realität entsprechen und der Durchschnittskunde tatsächlich jemand ist, der mit 35.000 Euro freiem Vermögen mal so zwischendurch eine neue Bank aufsucht, wer weiß das schon. Herr Tenhagen weiß es und freut sich, dass seine Tester, die Banken mal wieder so richtig durch den Kakao ziehen dürfen. Am besten wir lassen in Zukunft die Finanzjournalisten unsere Kunden beraten und die Berater schreiben die Artikel für die Zeitschriften. Man weiß eh immer besser über das Bescheid, was man nicht zu seinem Beruf gemacht hat oder hätten Sie nicht auch die bessere Ecke für den Poldi-Elf-Meter bei der WM gewusst?
Die Beratung von Kunden ist etwas sehr individuelles und was ein Tester als schlecht empfindet, sieht der nächste Kunde schon wieder ganz anders.  Ganz so, wie in der vorletzten Woche, denn da gab es gleich zwei Tests. Da kam die Deutsche Bank einmal als eine der beiden besten Banken weg und erhielt im anderen Test gerade mal ein Ausreichend. Genau jetzt sind wir wieder beim zentralen Punkt angekommen. Nicht nur die Kunden empfinden Beratung auf unterschiedliche Weise, die Berater beraten auch auf unterschiedliche Weise, sogar wie Wunder in der gleichen Bank. Und so müsste die Überschrift lauten Berater getestet und nicht Banken getestet. Es ist eben nicht so, wie beim Warentest. Wenn ein A-Klasse Auto umfällt, weil er von einem Elch erschreckt wird, dann kann man annehmen, dass die anderen A-Klasse Autos auch umfallen. Von 146 Beratern aber auf alle Berater bei Banken zu schließen halte ich für fahrlässig.
 
Ja, wir müssen unsere Beratungsleistung verbessern. Mit oder ohne Protokoll. Mit oder ohne Vertriebsziele, die es übrigens auch bei McDonalds im Verkauf von Menüs gibt! Sind deshalb Menüs schlechter als ein einzelner Burger? Wir müssen vor allem unsere Beratung gemeinsam mit unseren Kunden verbessern, denn um die sollte es uns im Wesentlichen gehen!
© Foto by Brandon Laufenberg – www.istockphoto.com
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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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