„Banken laufen Gefahr, ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu verspielen“

Von der Bank zum Start-up – ein Karriereweg, der immer häufiger zu beobachten ist. Joshua Märker berichtet, warum er nach zehn Jahren bei der Commerzbank in die Position des Senior Firmenkundenbetreuers bei creditshelf wechselte. Wir haben dem gelernten Bankkaufmann und diplomierten Bankbetriebswirt einige Fragen zu seinen Beweggründen für die berufliche Veränderung sowie den Unterschieden im Arbeitsalltag gestellt.

Joshua Märker ist Senior Firmenkundenbetreuer bei creditshelf, einem 2014 gegründeten Kreditmarktplatz für den Mittelstand. Zuvor war der Bankkaufmann und diplomierte Bankbetriebswirt im Privat- und Firmenkundengeschäft der Commerzbank tätig.

BANKINGNEWS: Warum haben Sie die Commerzbank nach zehn Jahren verlassen und sind zu einem Start-up gewechselt?

Joshua Märker: Während auf der einen Seite eine Karriere in gegebenen Strukturen wartete, lockte auf der anderen Seite die Perspektive, in einem neuen Geschäftsmodell mit neuen Denkmustern zu arbeiten und zu wachsen. Diese Dynamik, geprägt von schnellen Entscheidungen und hohem Veränderungswillen, hat mich dazu bewogen, den Schritt zu gehen.

Verlieren Banken an Attraktivität als Arbeitgeber für ambitionierte Nachwuchskräfte?

Banken und Sparkassen sind nach wie vor gefragte Arbeitgeber mit attraktiven Vergütungen und vielseitigen Aufstiegsmöglichkeiten. Doch unter dem Einfluss der Branchenveränderung laufen Banken Gefahr, Teile dieser Attraktivität zu verspielen. Dies könnte vor allem dann eintreten, wenn es den Instituten nicht gelingt, offen für innovative und flexible Arbeitsweisen zu sein und Teile der Dynamik aus kleinen Start-up-Teams trotz ihrer komplexen Konzernstrukturen umzusetzen.

„Die Umsetzungsgeschwindigkeit war die größte Umstellung“

Mussten Sie Ihre Arbeitsweise und Ihre Denkweise in Ihrem neuen Job bei creditshelf stark umstellen?

Bei einem großen Konzern, wie es die meisten Banken nun einmal sind, existieren für fast alles feste Regeln, Handbücher und Prozesse. Wir haben diese Strukturen und Prozesse in den letzten Monaten erst geschaffen. Die größte Umstellung und gleichzeitig Herausforderung war für mich jedoch unsere Umsetzungsgeschwindigkeit. Projekte werden schnell entschieden und umgesetzt, ohne dass lange Projektanforderungen geschrieben werden müssen. Das war eine der größten Veränderungen.

Was sind die größten Unterschiede für Sie als Arbeitnehmer zwischen der Beschäftigung in einer Bank zu derjenigen bei einem Start-up?

Die Arbeit, die jeder von uns in seinem Bereich verrichtet, hat viel direktere und spürbarere Auswirkungen auf das Unternehmen. Dadurch steigt das Bewusstsein für die eigene Verantwortung. Darüber hinaus bieten die Räumlichkeiten ausreichend Charme für ein gemeinsames Kaltgetränk mit Kollegen oder eine abwechslungsreiche Partie Tischtennis.

„Wir haben die perfekte Mischung aus Erfahrung und frischem Geist“

Wie sieht die Personalstruktur in Ihrem Unternehmen generell aus – viele junge Menschen (wie man es von einem Start-up erwartet) oder viele erfahrene Ex-Banker?

Wir beschäftigen Mitarbeiter aller Altersgruppen. Die meisten davon verfügen tatsächlich über einen Hintergrund in der Bank- und Finanzbranche. Aufgrund dieser Tatsache können wir in unseren alltäglichen Arbeitsprozessen und inhaltlichen Fragestellungen auf die perfekte Mischung aus Erfahrung und frischem Geist zurückgreifen.

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