cm – Prämie, Gratifikation, erfolgsbezogene Vergütung, Zugabe …Abgeleitet wird das Wort von dem lateinischen Adjektiv „bonus“ und bedeutet „gut“. Daher wird es als Belohnung verstanden, wenn jemand etwas gut gemacht hat. Genau so alt wie die Geschichte ist allerdings auch die kontroverse Diskussion. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise sind es auf der einen Seite die Banker als Empfänger und auf der anderen Seite die verständnislosen Steuerzahler als vermeintliche Zahler dieser Prämien. Die Royal Bank of Scottland schüttet an ihre Mitarbeiter, für das Jahr 2008, mehr als 1,1 Mrd. Euro und die Schweizer Bank UBS sogar 1,43 Mrd. Euro aus. Somit werden die Banker der beiden Geldinstitute trotz historischer Verluste, von zusammen etwa 44 Mrd. Euro, für ihre Arbeit belohnt. Auf den ersten Blick scheint damit der Sinn einer Bonuszahlung vollkommen verfehlt. Gerade weil die operativen Verluste mit staatlichen Geldern aufgefangen werden, können viele Steuerzahler kein Verständnis dafür aufbringen. Auf den zweiten Blick allerdings muss man feststellen, dass das Top-Management in beiden Instituten bereits auf die eigene Bonifikation freiwillig verzichtet hat. Also geht es hier um die mittleren und unteren Mitarbeiterebenen. Dazu zählen hauptsächlich Kundenberater und Kassierer in den Filialen sowie Sachbearbeiter im Backoffice. Diese haben ihre Arbeit tadellos verrichtet und tragen wohl kaum eine Schuld an der Finanzkrise. Da sie keinen Fehler gemacht haben, warum sollten sie also auf ihren Bonus verzichten? Auch deutsche Geldhäuser befinden sich mitten in der Diskussion. Die Allianz hat den Mitarbeitern der Dresdner Kleinwort Bonifikationen fest zugesichert, dann allerdings das Institut an die Commerzbank verkauft. Diese fühlt sich aufgrund der Übernahme und der wirtschaftlichen Lage nicht zur Zahlung verpflichtet. Die Mitarbeiter protestieren und kündigen sogar Klagen vor dem Arbeitsgericht an. Ihnen gegenüber ist ein festes Versprechen abgegeben worden, warum sollten sie also auf ihren Bonus verzichten? In der Diskussion um die Zahlung von Bonifikationen ist also eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema dringend von Nöten.Foto: © mitarart/stockxpert.com

TEILEN
Vorheriger ArtikelNeues Triumvirat oder doch nur aus 3 mach 1?
Nächster ArtikelBeherrschung von Marktrisiken im Immobilienmanagement
Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

*

code