Schon zu Beginn ihres Amtsantritts war klar: Nur noch voraussichtlich wenige Monate wird Brigitte Zypries (SPD) die deutsche Bundeswirtschaftsministerin bleiben. Nachdem ihr Vorgรคnger Sigmar Gabriel in das Amt des Auรenministers gewechselt ist, dient sie seit Januar 2017 nur als kurzfristige Platzhalterin bis zur kommenden Bundestagswahl. Doch wer erwartet hat, diese etwas unglรผckliche Position wรผrde Frau Zypries zur kleinlauten Ja-Sagerin machen, wurde eines Besseren belehrt. Wรคhrend dem Besuch der Kanzlerin im Weiรen Haus fiel Zypries durch ihre offene Kritik an der protektionistischen Politik des US-Prรคsidenten auf und musste sich den Vorwurf gefallen lassen, der Kanzlerin in den Rรผcken gefallen zu sein.
Auch Wolfgang Schรคuble musste feststellen, dass Loyalitรคt innerhalb einer Groรen Koalition seine Grenzen hat. Der Finanzminister befรผrwortet das Einfรผhren einer EU-weiten Obergrenze fรผr Bargeld-Transaktionen, um Geldwรคsche und Schattenwirtschaft zu bekรคmpfen.ย Frau Zypries und der wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums sehen das anders. In einem Gutachten zogen sie das Fazit: Eine Obergrenze fรผr Bargeld wรผrde vor allem normale Bรผrger einschrรคnken, da sich Kriminelle der รberwachung leichter entziehen bzw. alternative Zahlungsmethoden aufbauen kรถnnen.
Daniel Fernandez ist seit 2025 Chefredakteur der BANKINGNEWS. Seine journalistische Laufbahn begann er 2017 in der Redaktion als Volontรคr. Er studierte English Studies an der Universitรคt Bonn (B.A. 2016) und vertiefte seine akademische Ausbildung mit einem Master in English Literatures and Cultures, den er ebenfalls in Bonn abschloss. Erste redaktionelle Erfahrungen sammelte er parallel zum Studium als freier Werbetexter.


