„Der Blick für das große Ganze“

Während eines Traineeships können sowohl umfassende als auch sehr spezialisierte Einblicke und Erfahrungen gewonnen werden. Außerdem kann in dieser Zeit bereits ein Netzwerk im Unternehmen aufgebaut werden. Was sind weitere Vorteile und worauf legt eine Absolventin eines solchen Programms besonderen Wert?

Sabrina Ramge absolviert bei der UniCredit ein International Graduate Program im Corporate & Investment Banking mit einer Zielposition im Bereich Corporate Finance Advisory. Diese Abteilung ist insbesondere für die Betreuung von Transaktionsprozessen im Zuge von Unternehmenszukäufen und -verkäufen zuständig.

BANKINGCLUB: Wie sind Sie zur UniCredit und ins Corporate & Investment Banking gekommen?

Ramge: Ich habe sowohl meinen Bachelor als auch meinen Master im Bereich (International) Management absolviert und dabei schon frühzeitig mein Interesse für die Finanzwirtschaft entdeckt. Entsprechend habe ich diverse Vorlesungen in diesem Bereich wie beispielsweise Mergers & Acquisitions, Capital Markets, Transaction Accounting oder Corporate Restructuring belegt und mich so gezielt vertieft. Um nach der ganzen Theorie auch praktische Erfahrungen zu sammeln, habe ich vergangenes Jahr ein Praktikum bei der UniCredit im Bereich Corporate Finance Advisory absolviert. Zum Ende meines Praktikums kam der Leiter der Abteilung Mergers & Acquisitions direkt auf mich zu und schlug mir vor, mich für ein Traineeprogramm in seiner Abteilung zu bewerben. Das war natürlich eine Wahnsinnsmöglichkeit und da ich die Zeit im Praktikum wirklich toll fand, habe ich die Chance letztlich auch wahrgenommen.

Ein Netzwerk aufbauen

Welche Vorteile bietet Ihnen ein Einstieg über das International Graduate Program?

Das International Graduate Program stellt für mich den idealen Einstieg ins Corporate und Investment Banking dar. Zum einen lerne ich insbesondere meinen Zielbereich in dieser Zeit intensiv kennen. Zum anderen habe ich darüber hinaus aber auch die Möglichkeit, Schnittstellenbereiche zu besuchen, wodurch der Blick für das große Ganze gestärkt wird. Beispielsweise wurde ich ab April für zwei Monate im Leveraged Finance eingesetzt und im August/September habe ich zwei Monate die Möglichkeit, eine Auslandsrotation im Bereich Corporate Structured Finance in New York zu absolvieren. Regelmäßige Treffen mit anderen Trainees, beispielsweise beim Traineestammtisch, helfen außerdem, ein möglichst großes Netzwerk im Unternehmen aufzubauen.

Wem würden Sie ein International Graduate Program im Corporate & Investment Banking empfehlen und was sollte man hierfür mitbringen?

Das Programm empfehle ich allen Absolventen, die Lust auf eine persönliche und fachliche Herausforderung im Finanzbereich haben. Der Investment-Banking-Bereich ist durchaus taff und es kann auch mal längere Arbeitstage geben – dafür macht die Arbeit unglaublichen Spaß, vor allem wenn man in einem tollen Team arbeitet. Innerhalb meiner Abteilung herrschen vergleichsweise flache Hierarchien und jeder steht für Fragen zur Verfügung. Das Team unterstützt auf allen Ebenen meinen Entwicklungs- und Lernprozess. Wenn man dann noch mit der richtigen Einstellung an die Sache herangeht, kann man hier eine wirkliche gute Zeit haben.

Was sind die Vorteile eines Traineeprogrammes, z.B. gegenüber einem dualen Studium?

Das sind für mich zwei verschiedene Ausbildungswege. Das Studium inklusive Auslandsaufenthalten und Praktika (in unterschiedlichen Unternehmen) ist unumgänglich. Im Idealfall studiert man schon mit Spezialisierung auf einen bestimmten Bereich und bereitet sich so bestmöglich auf einen Einstieg (beispielsweise im Banking) vor. Im Traineeprogramm ist man schon weiter, hat sich verschiedene Unternehmen, vielleicht auch Branchen, angeschaut und eine Entscheidung getroffen, was man machen möchte. Trotzdem kann man im Traineeprogramm den Horizont gezielt erweitern, z.B. durch Rotation in eine Partnerabteilung.

Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten

Worauf legt ein Trainee, in diesem Falle Sie, besonders viel Wert während der Ausbildung?

Für mich persönlich ist es wichtig, gleich am Anfang zu sehen, dass es Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten gibt. Ich möchte das Gefühl haben, unterstützt und gefördert zu werden, wenn ich meine Leistung bringe. Das kommt natürlich hauptsächlich vom eigenen Team, aber auch von anderen Seiten.

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Philipp Scherber, Jahrgang 1987, ist seit Januar 2016 Redakteur bei BANKINGNEWS. Während seines Studiums der Geschichte und Medienwissenschaft, das er mit dem Master of Arts abschloss, sammelte er praktische Erfahrungen im TV- und Online-Journalismus. An der Universität zu Köln verantwortete er von 2012 bis 2016 das Online-Rezensionsjournal www.lesepunkte.de.

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