Ein Plädoyer für die ungebrochene Aktualität alteuropäischer Tugenden

Autoren: Jürgen Wegmann, Dieter Zeibig, Hubertus Zilkens
175 Seiten, gebunden
Euro 44,00
ISBN: 3865562337
Bank-Verlag Medien 2009

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Von Dr. Stefan Mai – Wie lässt sich das Vertrauen in funktionierende Finanzmärkte wiedergewinnen? Angesichts der beispiellosen Kapitalvernichtung, die wir in jüngster Vergangenheit erlebt haben und die kein Ende nehmen will, ist dies die Kernfrage, die alle bewegt: zunächst einmal die Banken selbst, darüber hinaus aber auch die Politiker, die den Banken mit milliardenschweren Rettungspaketen beigesprungen sind und die nun neue Regelwerke entwerfen – und gelegentlich mit ihren Interventionen auch übers Ziel hinausschießen. Am wichtigsten sind aber die Kollateralschäden der Krise für eine weitere Gruppe: die Unternehmen aus der Realwirtschaft. Sie leiden nicht nur unter einem schwierigeren Zugang zu Fremdkapital. Sie sind auch in Mitleidenschaft gezogen von einer populistischen Variante der öffentlichen Krisenaufarbeitung: der pauschalen Kritik an „den Managern“.
Die Autoren einer neuen Studie zu diesem Thema entwickeln auf diese Kritik eine Antwort, die auf den ersten Blick unzeitgemäß oder neudeutsch nach „Retro-Fashion“ klingt. Sie lautet: der ehrbare Kaufmann. Doch der erste Blick täuscht. Selbstbewusst und stringent entwickeln die Autoren ein Plädoyer für das Modell eines ethisch verantwortungsvoll handelnden Kaufmanns auf Basis des Wertesystems, „das unsere abendländische Kultur seit über 2000 Jahren zusammenhält: auf den vier Kardinaltugenden der Klugheit, der Gerechtigkeit, der Tapferkeit und dem Maßhalten“. Und den Autoren gelingt nicht nur ein schillernder Streifzug durch die europäische Geschichte, sondern auch ein konkreter Bezug des ehrbaren Kaufmanns zur aktuellen Debatte um die Relativierung des „Shareholder Value“ – und zugleich eine überzeugende Ehrenrettung des Unternehmertums in einer ordnungspolitisch gefestigten Marktwirtschaft.
Das Stichwortverzeichnis des Bands reicht von „Abfindungs-Cap“ über „Twitter“ bis „Zuchtlosigkeit“ – und mit diesen Begriffen ist nicht nur die inhaltliche, sondern auch die stilistische Bandbreite des Buchs umrissen: Moderne Management-Theorie verbindet sich hier nahtlos mit Kommunikationstechniken des 21. Jahrhunderts – und mit antiker Tugendlehre. Angesichts des Profils der drei Autoren ist das auch kein Wunder: Prof. Dr. Jürgen Wegmann ist Betriebswirt und Unternehmensberater, Dieter Zeibig ist Marken-Spezialist und Kommunikations-Experte, und Dr. Hubertus Zilkens ist katholischer Theologe und Jurist. Gemeinsam haben sie das Kölner Werte Institut aus der Taufe gehoben – ein Institut, von dem angesichts dieser neuen und hochaktuellen Publikation viel versprechende Beratungsangebote zu erwarten sind.
Anm.: Dr. Stefan Mai leitet die Abteilung Market Policy bei der Deutsche Börse AG. Der Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Deutsche Börse AG.
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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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