Wie erst heute bekannt wurde, entkam der Münchner Börsenkolumnist und Zinsflüsterer Kornelius P. (41) im Laufe dieser Woche nur knapp einem hinterlistigen Naturattentat. Wie regionale Medien übereinstimmend verweigerten zu berichten, befand sich P. mit seinen Kindern auf einem Kastaniensammelausflug in der oberbayerischen Pampa. Währenddessen wurden wiederholt Luftanschläge auf P. und seine Kinder ausgeübt. Ein Sprecher der NASA dementierte Gerüchte, wonach es sich bei den aus heiterem Himmel herunter fallenden Gegenständen Satelliten UARS handeln könnte. Polizeikommissar Kast Anie bestätigte in einem Gespräch mit dem nicht zugelassenen Sender purps.tv, dass es sich bei den „Ufo-Attacken“ (Anie) möglicherweise um herunterfallende Kastanien handeln könnte. P. blieb ebenso wie seine Kinder bei dem Anschlag unverletzt. Die lokalen Sicherheitsbehörden haben die Untersuchungen übernommen. Das Luftfahrtbundesamt ist eingeschaltet.

 
Wie immer finden sich die wirklich spannenden Meldungen des Weltgeschehens nicht auf der ersten, sondern auf der letzten Seite einer Zeitung. Die erste Seite liest sich heute durchweg wie folgt: „Berlin / Brüssel (AP/ddp/dpa-AFX/Reuters/Bloomberg/AFP/AP/apa/Interfax/itar-tass/sid): Merkel sichert sich Kanzlerin-Mehrheit bei EFSF-Abstimmung im Bundestag“. Jetzt erzähl‘ mir einer was – das Ergebnis der „Jahrhundert-Abstimmung“ verbreitete sich gestern so schnell um die Welt, als hätte jemand die Formel für Ewiges Leben identifiziert. Tatsächlich haben wir auf einem Marathonlauf lediglich einen (wenn auch großen) Schritt nach vorne gemacht. Ein weiterer Schritt erfolgt heute mit der Abstimmung im österreichischen Parlament (Zustimmung tendenziell ziemlich sehr wahrscheinlich). Malta und die Niederlande folgen in der kommenden Woche. Die höchste Hürde steht wohl in der Slowakei, wo weder ein Abstimmungstermin definiert noch entsprechende Mehrheiten gesichert sind.
 
Nächster Punkt auf Europas To Do-Liste ist der Abschlussbericht der Troika als Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Kredittranche an Griechenland im Umfang von 8 Mrd. Kastanien. FinMin Schäuble brachte als Tag für die abschließende Entscheidung diesbezüglich den 13. Oktober ins Spiel. Alsdann werden die Möglichkeiten abgeklopft, welche Chancen bestehen, das Inkrafttreten des den dauerhaften Rettungsschirms ESM von Mitte 2013 auf 2012 vorzuverlegen. Die Teilnehmer an den Finanzmärkten verlangen überdies nach Aufklärung, was an den in den vergangenen Tagen kolportierten Gerüchten dran sei, das Kreditvolumen der EFSF könne über eine Hebeltechnik unter Einbeziehung der Europäischen Zentralbank um das fünf- oder gar achtfache erhöht werden. In diesem Zusammenhang fällt immer wieder das Treffen der G20 Staats- und Regierungschefs am 3.&4. November in Cannes.
 
In der Zwischenzeit schauen wir, ob die Zentralbanken für uns die Kastanien aus dem Feuer holen können. Die Fed veröffentlicht heute Details ihrer Operation Twist, ihrem 400-Mrd-Anleihen-Umschichtungs-Programm. Die EZB wird aller Voraussicht nach nächsten Donnerstag neue Maßnahmen zur Sicherstellung der Liquiditätsversorgung im europäischen Bankensystem ankündigen. Die Bank of England könnte am selben Tag die Wiederaufnahme ihres Anleihen-Kaufprogramms verkünden. In Japan bewilligt das Finanzministerium der Zentralbank eine Aufstockung des Fonds für Devisenmarktinterventionen um 15 Bio. auf 46 Bio. Yen (€443 Mrd.).
 
Angesichts dieser Interventionsfreude fällt es schwer zu glauben, alles sei wieder gut und die Märkte würden ihren Risk-On-Bias der vergangenen Tage beibehalten. Vielleicht waren die letzten Tage auch durch Window-Dressing-Maßnahmen geprägt, immerhin haben wir heute Monats- und Quartalsende. Die tatsächliche Verfassung der Märkte werden wir wohl erst Anfang nächster Woche erfahren. Seien Sie also vorbereitet, sollte es dann heißen: „New York/Rio/Tokio: Wie erst heute bekannt wurde, entkamen die Finanzmärkte im Laufe dieser Woche nur knapp einem hinterlistigen Verkaufsattentat…“
 

Foto von Antagain – www.istockphoto.de

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