Zugegeben Spanien war bei der WM 2010 etwas besser als wir, aber dafür ist Deutschland besser als Europa. Nein, nicht weil wir den Eurovision Song Contest gewonnen haben, sondern weil hierzulande derzeit einige Indikatoren Deutschland zum Wachstumsmotor machen. Sozusagen Weltmeister bei der VWL-WM. 

Anders sieht es aber beim globalen Blick auf die Wirtschaft aus. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognosen zum Wachstum der Weltwirtschaft erneut angehoben. Lag die Prognose im Januar noch bei 3,9 Prozentpunkten, liegt die Schätzung nun bei 4,6 Prozent. Bei diesen Zahlen ist es aber nicht Europa, welches für den Aufschwung sorgt. Es sind laut IWF Länder wie China und Indien. Für Europa sieht es da laut IWF gar nicht so gut aus, für diese Region senkte der IWF mit Blick auf die Schuldenproblematik seine Prognose von 1,5 auf 1,3 Prozentpunkte und warnte vor einem zu schnellen Schuldenabbau. Auch der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) erhobene Finanzmarkttest gab für den Monat Juni eine eher trübe Aussicht. Die Differenz aus positiven und negativen Konjunkturerwartungen lag bei 28,7 Punkten und damit 17,1 Punkt unter dem Befragungsergebnis vom Mai. Bei den 350 Befragten Experten machte sich also im Juni durchaus die Sorge breit, dass Schuldenkrise und Sparpakete die Konjunktur ein wenig ausbremsen könnte. Man darf gespannt sein auf die Einschätzung der Experten für Juli.
Auch wenn die extreme Exportabhängigkeit einige Volkswirte noch am dauerhaften Aufschwung in Deutschland zweifeln lässt, derzeit dennoch sind die Optimisten in der Überzahl. Auch der IWF sieht Deutschland noch als Lichtblick in Europa. Bei der Commerzbank geht man sogar von einem Bruttoinlandprodukt in Höhe von 2,5% im laufenden Jahr aus und auch einige andere Volkswirte in der Bankbranche rechnen mit einem soliden Wachstum. Im Juni war bereits der ifo-Geschäftsklimaindex gestiegen, jetzt legte auch der deutsche Einkaufsmanagerindex noch ein wenig zu. 
Das Vertrauen in die Märkte kehrt langsam wieder zurück. So hat Cortal Consors 50 Finanzberater nach dem Anlageverhalten derer Kunden gefragt. Diese gaben zwar an, dass 50% der Kunden noch verunsichert sind, erste Anleger wagen sich aber wieder an riskantere Titel heran, um höhere Renditen zu erzielen. Auch bei den Verbrauchern kehrt so ganz allmählich wieder eine positive Grundstimmung ein. 
Kaum auszudenken, was passiert wäre, wenn unsere „neue“ Elf gleich beim ersten Versuch den WM-Titel geholt hätte. Die Märkte hätten zur Übertreibung geneigt. Immerhin haben wir uns mit Thomas Müller an Bord die Position um den Torschützenkönig sichern können. Also zeigen alle Zeichen auf Aufschwung für Deutschland.
 
© Foto by AntiMartina – www.istockphoto.com
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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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