Ein beachtlicher Anteil von 65 % der deutschen Angestellten würde die eigenen Arbeitsstunden reduzieren, um den Arbeitsplatz eines Kollegen zu erhalten.

Dies war das Ergebnis einer internationalen Studie der spezialisierten Personalberatung GRS Group. Diese Zahl steht im Gegensatz zu 48% der Angestellten in Frankreich und 53 % in Großbritannien.GRS befragte ungefähr 2.300 französische, englische und deutsche Angestellte (in den Bereichen Versicherung, Steuern, Recht und Risiko-Management), ob sie angesichts Obamas Äußerung in seiner Antrittsrede „…es ist die Selbstlosigkeit der Arbeiter, die lieber ihre Arbeitszeit verkürzen würden als einen Freund seinen Arbeitsplatz verlieren sehen, die uns über die dunkelsten Stunden hinweghilft“ ihre Arbeitsstunden reduzieren würden, um den Arbeitsplatz eines Kollegen zu erhalten.

Das Ergebnis zeigt, dass Angestellte in Deutschland selbstloser zu sein scheinen als in Frankreich und England. Die unterschiedlichen Meinungen über eine verkürzte Arbeitszeit und weniger Gehalt erklären die Schwierigkeiten z. B. für KPMG sich mit den Angestellten über ein solches Programm zu einigen. Letzten Monat hat KPMG als erste Beratungsgesellschaft ihren Angestellten eine 4-Tage-Woche im Rahmen der Initiative “Flexible Futures” angeboten. Letztendlich haben ca. 85 % der Angestellten bei KPMG flexiblen Arbeitszeiten als einer Alternative zu flächendeckenden Entlassungen zugestimmt.

Mario Sestan, Direktor von GRS Deutschland: “Es ist erfreulich, dass sich in einer solchen Krise ein beachtlicher Teil der Angestellten  für ihre Arbeitskollegen einsetzen würde. Man weiß eben nie, wann es einen selbst treffen kann.  Eine Vier-Tage-Woche scheint eine vernünftige Alternative zu massiven Entlassungen zu sein. Wenn sich die Zeiten bessern, können die Unternehmen dann auf den immer noch vorhandenen Personalbestand zurückgreifen und sind damit für den möglichen Aufschwung bestens gerüstet. Jedoch zeigt die Befragung, dass die Krise in dieser Form eine große Verunsicherung bei allen Beschäftigten hervorruft und die Meinungen in Westeuropa spaltet.”

Lucinda Brown, Managing Director GRS Großbritannien: “Es gibt immer noch viele Angestellte, die nicht daran interessiert sind, ihre Arbeitsstunden zu reduzieren. Es scheint, als ob sie eher das kalkulierte Risiko des Verlusts ihres Arbeitsplatzes als eine Gehaltskürzung in Kauf nehmen.”

TEILEN
Vorheriger ArtikelBranchenköpfe: Carsten Maschmeyer
Nächster ArtikelDZB Zertifikate-Plenum März – Die Stimmung hellt sich weiter auf
Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

*

code