Symbolbild: iStock/scyther5

Wer nicht abgehängt werden will, der muss mit der Zeit gehen. Leichter gesagt als getan. Spätestens die Generation der sogenannten „Millennials“ hat in der Einschulungstüte keine analogen Accessoires wie ein neues Federmäppchen mit einem dazu passenden Block. Nein, Digital Natives erhalten oftmals direkt ein neues Smartphone. Das ist nicht verboten. Es ist auch gar nicht verwerflich, dass sich die jungen Menschen bereits früh an die „Must-haves“ der Gegenwart gewöhnen können. Obwohl durchaus in Frage gestellt werden darf, ob dies der erste Gedanke der Erziehungsberechtigten ist, wenn sie den digitalen Alleskönner an den Nachwuchs überreichen.
Banken können nicht so simpel vorgehen. Einfach alles digital machen, geht nicht. Wobei: Digital sind Geldhäuser schon seit über 20 Jahren – entgegen aller eindimensionalen Vorurteile. Allerdings wurde die gegebene technische Basis scheinbar nicht wirklich weiterentwickelt. Und jetzt ist eine enorme Vorsicht bei der Implementierung neuer IT-Komponenten zu verzeichnen. Denn ein Geldhaus kann es sich schlichtweg nicht erlauben, dass sensible Daten gestohlen werden. Der gemeine, digitalisierte Smartphone-Nutzer weiß dagegen meist gar nicht, wer alles Zugriff auf seine Daten hat – NSA und Edward Snowden lassen grüßen. Noch nie hatten Betrüger es einfacher, durch dolose Handlungen an persönliche Daten zu kommen. Wiederfährt dies einer Bank, sind Existenzen in Gefahr.

Unerkannt – leicht gemacht

Während die Möglichkeiten für Kriminelle höher sind als in früheren Tagen, stehen die Chancen, diese zu erwischen, eher schlecht. Zu groß sind die Schlupflöcher, um in den digitalen Schatten zu verschwinden. Banken müssen sich ihre nächsten Schritte bei der Digitalisierung ihrer Häuser sehr gut überlegen. Wichtig ist nur: Es müssen jetzt und nicht erst morgen Schritte unternommen werden, denn die Methoden der Betrüger werden immer ausgefeilter. Natürlich muss es das Ziel der Branche sein, den illegalen Handlungen einen Schritt voraus zu sein – dessen sind sich Banker bewusst. Doch darf die Vorsicht nicht zu Lähmungserscheinungen bei den handelnden Personen führen. In letzter Konsequenz kann die Digitale Transformation eine enorme Erleichterung im Alltagsgeschäft sein. Sie darf nur nicht unüberlegt implementiert werden. Sonst führt die Digitalisierung zur Illegalisierung.

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Christian Grosshardt, Jahrgang 1986, verfügt über mehr als sechs Jahre Berufserfahrung in Print- und Online-Journalismus. Während seines Studiums der Germanistik, das er mit dem Master of Arts abschloss, sammelte er bereits umfangreiche redaktionelle Erfahrungen als freier Mitarbeiter bei der Kölnischen Rundschau. Christian Grosshardt betreut BANKINGNEWS seit der ersten Printausgabe und ist seit August 2016 stellvertretender Chefredakteur.

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