„Ein IT-ler muss auch etwas vom Business verstehen“

Was muss die Bankbranche nicht alles einstecken? Man habe den Wandel zum Digitalen verpasst, während innovative Player den Markt zu übernehmen drohen. Doch sind bereits viele Prozesse in der Filiale automatisiert. Fragen gibt es trotzdem genug. Der dritte Fachkongress ITforBANKS lieferte den Besuchern die Antworten.

Herausforderungen im Kundenmanagement, die Problematik des „right sourcings“ oder Überlegungen zu Bitcoins, dem  „digitalen Gold“ – zum dritten Mal veranstaltete der BANKINGCLUB zum Fachkongress ITforBANKS und lud vom 25. bis zum 26. November nach Köln an den Rhein. Dabei konnten die zahlreichen Teilnehmer Eindrücke gewinnen, welche aktuellen Themen rund um den Bereich IT derzeit in der Branche die am meisten diskutierten sind.

Multichannel-Prozessautomatisierung

Zwar leben wir ohne jeden Zweifel mittlerweile in einem digitalen Zeitalter. Allerdings sind es gerade die großen und für Außenstehende oftmals „verschachtelten“ Einrichtungen, die sich mit der Abkehr von analogen Arbeitsabläufen schwer tun. Dementsprechend weckte auch der Vortrag von Dirk Schmeling, „Herausforderung im Kundenmanagement mit Multichannel Prozessautomatisierung“, das Interesse des Plenums. Die von Dirk Schmeling angesprochenen Schwierigkeiten gilt es innerhalb der Kreditinstitute schnell zu bewältigen, denn über 300 Fintechs sind sich bereits bei der Gründung ihrer Unternehmensstruktur dieser Problematiken bewusst gewesen. Innovationen auf technischer Ebene müssen erlaubt und in der Praxis umgesetzt werden. Doch erweist sich in diesem Zusammenhang besonders der Faktor Sicherheit für viele Unternehmen als elementares Problem. Jan Wendenburg von der biw Bank für Investments und Wertpapiere verwies in seinem Vortrag auf die basalen Voraussetzungen, welche ein IT-Sicherheitsmanagement erfüllen sollte; angefangen bei der Tatsache, dass der für diesen Teil Beauftragte in der Regel nicht ausgelagert werden sollte.

Ein Schraubenzieher kann nicht als Hammer dienen

Dabei schließt Wendenburg nicht aus, dass jedes Produkt seine Fehler hat. Für ihn sei sogar jedes Produkt minderwertig, solange es nicht in dem entsprechenden Gebiet eingesetzt wird. Ein Hammer könne demnach nicht als Schraubenzieher dienen. Wichtig ist hierbei für die Branche, dass Änderungen in der Branche auch entsprechend auf die Software bzw. auf die gesamte Infrastruktur eines Unternehmens hin ausgerichtet werden. IT-Sicherheit müsse dabei immer ein integrierter Bestandteil der IT-Geschäftsstrategie sein.

„Nichts für die private Altersvorsorge“

Ronny Fuchs von der Hypothekenbank Lenzburg AG sprach in Bezug auf Umsetzung regulatorischen Anforderungen in der IT einen sehr wichtigen Aspekt an. Seiner Meinung nach benötige eine Geschäftsleitung einen Compliance-Beauftragten, der aber auch etwas von IT versteht. Ebenso bedürfe es eines ITlers, der zumindest Grundkenntnisse des Business und der Bankenbranche kennt. Breitgefächerte Kompetenzen seien in diesem Kontext unerlässlich. Den inhaltlichen Schlusspunkt setzte Oliver Flaskämper mti seinem Vortrag über das „digitale Gold“ – gemeint sind Bitcoins. Dabei riet er von unkritischem Investment in das weltweit verfügbare dezantrale Zahlungssystem, da die Kurse eine Achterbahnfahrt glichen und somit „nicht für schwache Nerven und auch nichts für die private Altervorsorge“ seien.

Digitale Ideen und analoges Kickern

Der Fachkongress ITforBANKS und seine Referenten konnten auch in diesem Jahr unter Beweis stellen, dass die Branche viele Neuerungen zur Verfügung stehen, um den digitalen Wandel zu vollziehen. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, wie schwierig die Frage nach der Sicherheit immer noch zu beantworten sind. Am ersten Abend konnten die Teilnehmer derartige Probleme zunächst einmal im Konferenzraum lassen und sich am Abend bei einem analogen Kickerturnier die digitalen Überlegungen aus den Kopf „kickern“.

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