Nein, nicht vom Nachbarn bei der Klassenarbeit. In Bankbilanzen.

Das zweite Quartal ist alles andere als rühmlich für die HSH Nordbank. Mit 62 Millionen Euro rutsch sie ins Minus. Satte 20 Prozent des Geschäfts der HSH macht immer noch die Schiffsfinanzierung aus. Und gerade dieses Geschäft macht der HSH und anderen Banken Sorgen. Die Commerzbank verabschiedet sich gerade komplett aus diesem Segment. Andere, wie zum Beispiel die Nord LB halten an dem Geschäft fest, müssen aber derzeit herbe Verluste hinnehmen und die Risikovorsorge deutlich erhöhen. So hat die Nord LB im ersten Halbjahr die Risikovorsorge mit 146 Millionen Euro beinahe vervierfacht, kann aber im zweiten Quartal noch positive Zahlen aufweisen.

Dabei ist es nicht nur die Konjunktur, die den Reedern zu schaffen macht und so die eigenen Ratings verschlechtert. Das gesamte Schiffsgeschäft hängt am Dollar. Damit hebeln sich die Risiken für die kreditgebenden Banken. Ein Grund warum die EU die HSH Nordbank aufgefordert hat, im Rahmen des Beihilfeverfahrens die Dollarrisiken zu minimieren.

Auch in Süddeutschland kämpfen die beiden Landesbanken Bayern LB und LBBW mit Altlasten und Eurokrise. Wie bei der Nord LB werden hier zwar im ersten Halbjahr noch Gewinne geschrieben, diese brechen jedoch erheblich ein. Bei der LBBW um zwei Drittel auf 194 Millionen Euro und selbst bei der Vorzeige Landesbank in Hessen sinkt der Halbjahresgewinn um knapp 14 Prozentpunkte.

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Der teilweise durch die EU vorgeschriebene Umbau wird sicherlich noch das ein oder andere Opfer kosten, bei der LBBW hat es 2.300 Mitarbeitern alleine in diesem Jahr den Arbeitsplatz gekostet. Die West LB ist mittlerweile von der Bildfläche verschwunden. Wie sich die Zukunft der Landesbanken gestalten wird, wenn alle Umstrukturierungsmaßnahmen abgeschlossen sind bleibt offen. Der zu Beginn der Euro-Schulden-Staatsanleihen-Konjunktur-Krise (da ist für jeden was dabei) von Finanzminister Schäuble geforderte schnelle Umbau der Landesbanken bleibt in weiter Ferne. Zu nah sind die Landesbanken noch mit der Landespolitik verwoben. Zu unterschiedlich sind aber auch die Geschäftsmodelle der einzelnen Landesbanken.

Foto von vladru – www.istockphoto.com

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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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