Natürlich rettet der Konsum von Oliven nicht die griechische Wirtschaft. Rettet die nächste Sparrunde, die heute zur Entscheidung im Parlament ansteht Griechenland vor einer Pleite?

Tourismus und Oliven, mehr hat Griechenland für viele nicht zu bieten. Wenn sich die Griechen nun weltweit als Streikweltmeister empfehlen, wird das mit dem Tourismus auch nichts mehr. Kein Land spaltet die Welt derzeit so stark wie Griechenland. Mit einer Staatsverschuldung von 150 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), will dort keiner mehr mit Investitionen engagiert sein, dabei liegt die Staatsverschuldung in Japan bei 200 Prozent und um das Land wird in Sachen Pleite kein so großes Aufsehen gemacht. Kein Wunder, der japanischen Wirtschaft und den Leuten im Land wird mehr zugetraut.

Fraglich bleibt jedoch, ob die Griechen das Potential für ein Wachstum aus der Krise haben. Sparen alleine wird niemals reichen. Im Gegenteil, manch ein Kritiker sieht die Rezensionsspirale durch neuerliche Sparprogramme erst angefeuert. Sicherlich haben die Griechen mehr zu bieten als schöne Strände und Oliven. Kein Land hat so viele Tankschiffe unterwegs, wie die Griechen und mit dem Rest der Transportflotte liegen die griechischen Reeder weltweit auf dem zweiten Platz.

Schaut man in die Kassenbücher der Europäischen Union, so wird deutlich, dass Griechenland das Fass Europas ist. Das Fass ohne Boden. Zwischen 1981 und 2006 hat Griechenland 52 Milliarden Euro aus Strukturfonds erhalten, in der laufenden Finanzperiode stehen Griechenland nochmals 20,4 Milliarden zu. Hinzu kommen knapp 9 Milliarden aus Landwirtschaftsfonds. Diese eine Säule der griechischen Wirtschaft, die Landwirtschaft hat dann nochmal 62 Milliarden Euro Direktzahlungen erhalten. 1,6 Milliarden gab es zwischen 2007 und 2009 für Bildung und Forschung.

Die aktuelle Hilfe für Griechenland hat ein Volumen von 110 Milliarden Euro und soll nun um 120 Milliarden aufgestockt werden. Auch private Anleger (Banken) sollen durch die Verlängerung von Anleihen zur Rettung der „Akropolis“ beitragen. Gemessen an der Anzahl der Einwohner und der Produktivität des Landes, bleibt die Frage, ob die Griechen mit diesen Vorzeichen wieder auf die Füße kommen. Die Schulden haben sich für das kleine Land auf über 330 Milliarden Euro angehäuft.

Foto von  Ian McDonnell – www.istockphoto.com

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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen.

Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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