Im Oktober 2022 kündigte die Europäische Kommission (EK) einen Gesetzesvorschlag an, um allen Bürgerinnen und Bürgern mit einem Bankkonto in der EU/im EWR Echtzeitzahlungen in Euro zu ermöglichen. Der Vorschlag lässt sich in vier Hauptanforderungen unterteilen:
- Alle Zahlungsdienstleister (PSPs), die bereits Überweisungen in Euro anbieten (mit Ausnahme von Zahlungsinstituten und E-Geld-Emittenten), sollten auch Instant Payments anbieten.
- Die Endnutzergebühren für Instant Payments (SCT Inst) sollten gleich oder niedriger sein als die Gebühren für Standardüberweisungen (SCTs).
- Alle Zahlungsdienstleister sollten eine Zahlungsempfängerbestätigung (Confirmation-of-Payee, CoP) anbieten, d.h. die Absender sollten über den Empfänger einer Überweisung informiert werden.
- Alle Zahlungsdienstleister sollten ihre Kunden täglich und nicht vor jeder Zahlung mit den EU-Sanktionslisten abgleichen, um Sanktionen zu vermeiden.
Dieser Vorschlag wird voraussichtlich im Oktober 2023 verabschiedet, was bedeutet, dass Zahlungsdienstleister in Deutschland ab April 2024 in der Lage sein müssen, den Empfang von Echtzeitzahlungen in Euro zu ermöglichen, und dass die Banken ab September 2024 in der Lage sein müssen, den Sendevorgang zu erleichtern. Es gibt jedoch noch weitere Faktoren, die in Bezug auf die Preisgestaltung, die Vorabvalidierung und die Sanktionsprüfung berücksichtigt werden müssen.
Für einige Finanzinstitute wird dies schwierig, aber durchaus machbar sein. Für andere hingegen wird es ein Kraftakt sein, denn es geht nicht nur darum, Zahlungen schneller abzuwickeln, sondern es erfordert eine komplette Überarbeitung des Systems. Es läuft auf einer anderen Infrastruktur. Es unterliegt anderen Verfahren. Es wird sich auf die Liquidität und das Betrugsmanagement auswirken.
Nur einer von drei Zahlungsdienstleistern in der EU bietet derzeit Instant Payments an, und 70 Millionen Kontoinhaber haben derzeit nicht die Möglichkeit, Instant Payments in Euro zu senden und zu empfangen. Tatsächlich sind nur 10 % der derzeitigen Zahlungen in der EU Echtzeit-Zahlungen, und die Akzeptanz lag nach Angaben des Berliner Beratungsunternehmens Lipis Advisors in den beiden größten europäischen Märkten (Frankreich und Deutschland) nur zwischen 1 % und 4 %. Das liegt daran, dass zwar mehr als 75 Prozent der deutschen Verbraucher Zugang zu Instant Payments haben, es aber immer noch ein Nischenprodukt ist, da nur 25 Prozent der Deutschen SCT Inst nutzen. Es gibt jedoch Licht am Ende des Tunnels, da der deutsche Echtzeit-Zahlungsmarkt während des Prognosezeitraums (2022 – 2027) eine CAGR von 31,5 % verzeichnen und bis 2027 einen Anteil von 37 Prozent am gesamten Einzelhandelszahlungsverkehr haben soll.
Seien Sie mit dem BANKINGCLUB, Bottomline und anderen Branchenexperten dabei, wenn wir über die Hindernisse diskutieren, die angegangen und überwunden werden müssen, aber auch über die vielen Möglichkeiten, die für Instant Payments in Deutschland nutzbar gemacht werden können.
- Wie reagieren deutsche Banken und Finanzdienstleister auf diesen Vorschlag der EU?
- Was sind die Haupthindernisse für die Einführung, die überwunden werden müssen, und welche Rolle spielt die Umstellung auf Cloud/SaaS bei der Unterstützung des Veränderungsprozesses und der effizienten Umsetzung?
- Was sind die wichtigsten Vorteile und Use Cases, die Instant Payments bieten, und wie können diese genutzt werden, um sich von der Konkurrenz abzuheben?
- Was treibt die Nachfrage von Unternehmen nach Echtzeitzahlungen an?
- Welche Rolle sollten Risiko und Compliance bei neuen Instant-Payments-Initiativen spielen?