Symbolbild. Bildnachweis: iStock.com/londoneye

Finanzgeschäfte über Facebook? Was für Leute der alten Schule nach einem Witz oder einer Mutprobe klingt, ist in Brasilien schon heute möglich. Die Banco Bradesco bietet ihren Kunden etwa an, über die Smartphone-App des sozialen Netzwerks ihre täglichen Bankgeschäfte zu erledigen. Um neue potentielle Kunden zu finden, greift die Bank auf die Datenanalyse von Facebook zurück. In den Vereinigten Staaten wiederum können die Kunden der beiden Finanzunternehmen Capital One und Liberty Mutual bereits über das Sprachsystem „Alexa“ von Amazon ihre Konten abfragen, Rechnungen bezahlen oder ihre Ausgaben überprüfen. Tut sich für Banken an dieser Stelle neues Potenzial auf? Möglicherweise. Allerdings gibt es auch Mahner: „Die Partnerschaften zwischen Banken und großen Technologiekonzernen könnten schon bald nicht mehr wechselseitig funktionieren“, warnt Jesse McWaters, Projektleiter des Weltwirtschaftsforums für disruptive Innovationen in der Finanzwelt. Er hat die Studie „Beyond Fintech: A Pragmatic Assessment Of Disruptive Potential In Financial Services“ maßgeblich verfasst. Nachdrücklich verweist der Bericht auf die Risiken, sowohl für die Banken als auch die Kunden und Aufsichtsbehörden, wenn die Konzerne aus dem Silicon Valley verstärkt Finanzdienstleistungen anbieten sollten. Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft. Aber wie lange wird es dauern, bis Technologie-Unternehmen Banken in ihrem Kerngeschäft angreifen und überholen? Amazon bietet etwa in vielen Ländern schon eigene Bezahldienste oder auch Konsumentenkredite an. Apple weitet seinen Bezahldienst Apple Pay ebenfalls auf eine stetig zunehmende Zahl von Ländern aus – auch in Europa: Erst am 21. August gab N26 bekannt, dass sie in Frankreich und Italien noch in diesem Jahr Apple Pay in ihre App integrieren werde.

Tech-Unternehmen profitieren dabei von ihrer reichen Datenbasis und ihrem enormen Kapital, durch die sie bald ihre eigenen Finanzgeschäfte – etwa in Form von Kreditfinanzierung – machen können. Wir meinen, dass Banken sich nicht zu sehr von den Unternehmen des Silicon Valley abhängig machen, sondern eher die Nähe von Fintechs suchen sollten, da eine Kooperation dieser beiden Seiten eine solidere Beziehung auf Augenhöhe verspricht.

1 KOMMENTAR

  1. Einen Alexa Skill gibt es auch schon von einer Bank in Deutschland 😉
    und mobile Payment (virtuelle Girocard/Kreditkarte) über NFC des Smartphones kommt bei eingen deutschen Banken voraussichtlich ab 2018…
    „Alexa frage Volksbank…“
    Mit unserem Volksbank Skill bieten wir Antworten auf Fragen rund um das genossenschaftliche Banking.
    Nachdem Sie den Skill mit der Frage „Alexa frage Volksbank…“ aktiviert haben, können zum Beispiel folgenden Fragen gestellt werden:
    – Wie sind die Öffnungszeiten in Achern?
    – Wie steht der Kurs der BMW Aktie?
    – Wie kann ich mit paydirekt einkaufen?
    – Wo kann ich mit meiner Girocard Geld abheben?
    – Wie kann ich meine Kreditkarte sperren?
    – Was bedeutet das Kürzel BIC?
    Als erste Genossenschaftsbank bietet die Volksbank in der Ortenau diesen Service interessierten Kunden an. Fragen mit regionalem Kontext (wie beispielsweise die Öffnungszeiten einer bestimmten Filiale) können aktuell nur für Standorte der Volksbank in der Ortenau beantwortet werden. Ihre Bank ist noch nicht dabei? Sprechen Sie uns einfach an, wir kümmern uns die Erweiterung des virtuellen Service-Beraters.

    https://www.volksbank-ortenau.de/wir-fuer-sie/alexa.html

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