Die Tendenz zu digitalen Delikten nimmt stetig zu. Banken müssen auf der Hut sein. Bild: iStock/CHUYN

Die Schäden durch Betrug im Kreditumfeld nehmen stetig zu. In diesem Zusammen-hang achten Wirtschaftsprüfer vermehrt auf die Erfüllung der entsprechenden Regularien, z.B. aus dem Kreditwesengesetz (KWG): Gemäß Compliance-Vorschriften müssen Institute über ein angemessenes Risikomanagement sowie über Verfahren und Grundsätze verfügen, die der Verhinderung u. a. von sogenannten „sonstigen strafbaren Handlungen“ dienen. Doch auch ohne diese besonderen Hintergründe bedeutet Betrug ein Problem: Denn letztendlich müssen die der Wirtschaft durch Kriminalität entstehenden Schäden von den ehrlichen Verbrauchern mitgetragen werden, z.B. durch höhere Preise.

Sich und andere schützen

Betrüger werden oft bei unterschiedlichen Instituten vorstellig – entweder gleichzeitig oder nacheinander. Daher ist es sinnvoll, Erkenntnisse über Betrugs- und Betrugsverdachtsfälle schnell miteinander teilen und einander warnen zu können. Der SCHUFA-FraudPool basiert auf dem Gegenseitigkeitsprinzip: Seit Juli 2014 können Banken betrugsrelevante Informationen datenschutzkonform und standardisiert einmelden und miteinander austauschen – ein zentraler Baustein bei der Betrugsprävention. Das Ziel: die Tat zu vereiteln, eine Wiederholung zu verhindern und den Schaden möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen. Mit jedem neuen Fall liefert die Datenbank mehr wertvolle Erkenntnisse über Betrugsverdachtsfälle. Eine Vielzahl an Kreditinstituten sowie verschiedene Landeskriminal-ämter reichern den Pool inzwischen mit Fraud-Fällen an. Jede einzelne Institution leistet so einen wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft.

Da über die Ergebnisse in Echtzeit Auskunft gegeben wird, profitieren SCHUFA-FraudPool-Partner im Antragsgeschäft von einer erhöhten Sicherheit ohne Wartezeiten. Neben der Tatsache, dass ein Treffer auf der Datenbank nach entsprechender Prüfung den Ausschlag dafür geben kann, ein kritisches Geschäft gar nicht erst einzugehen, bedeutet auch das Ergebnis „kein Treffer“ ein Plus an Sicherheit im Kun-dengeschäft. Da die Anfrage an den SCHUFA-FraudPool mit derjenigen zur SCHUFA-Bonitätsauskunft verbunden ist, kann diese ohne großen Aufwand in die bestehenden Prozesse eingefügt werden.

Cybercrime und Identitätsmissbrauch wirksam bekämpfen

Um sich gegen die wachsende Kriminalität im Internet einzusetzen, engagiert sich die SCHUFA seit April 2016 auch im G4C. Das German Competence Centre against Cyber Crime e.V. kooperiert eng mit dem Bundeskriminalamt (BKA) und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Das G4C fördert den Austausch der Mitglieder und Kooperationspartner über ihre Erkenntnisse zu aktuellen Bedrohungen.

Seit September haben Verbraucher, die Opfer von Identitätsmissbrauch geworden sind, eine zusätzliche Schutzmöglichkeit: Sofern der Sachverhalt zur Anzeige gebracht wurde, können sie sich bei der SCHUFA melden und werden durch einen entsprechenden Vermerk im SCHUFA-Datenbestand sowie im SCHUFA-FraudPool besser vor weiteren Schäden durch Wiederholungsmissbrauch geschützt. Ein anfragender Vertragspartner erhält neben der Bonitätsprüfung auch die Betrugsopfer-Information. So kann er den Vorgang gesondert prüfen und sicherstellen, dass ein Folgebetrug unterbleibt. Dieser Service verbessert den Schutz von Unternehmen und Privatpersonen. Er ist für Verbraucher kostenlos und hat keinen Einfluss auf deren Bonität.

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Stephan R. Peters ist Leiter Geschäftsfeldentwicklung FraudPrevention & Compliance im Produktmanagement der SCHUFA Holding AG. Diese unterstützt Kreditinstitute bei der Betrugsprävention und erweitert den Schutz für Betrugsopfer. Mit Informationen zu 66,4 Millionen natürlichen Personen und 5,2 Millionen Unternehmen sowie mit qualifizierten Auskünften und Lösungen rund um Bonität und Identität unterstützt die SCHUFA Unternehmen und Verbraucher auch bei der Erkennung und Abwehr betrügerischen Verhaltens.

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