Generation Y…

… und die Fabel vom Omni-Channel-Banking.

Es wurde schon viel über die heute 17-37-Jährigen geschrieben; eine Altersklasse mit einer Streuung von 20 Lebensjahren und doch immer wieder gerne in eine Schublade gesteckt: die Millennials. Das sind diejenigen mit einer Affinität zu neuen Technologien. Optimistisch. Selbstbewusst. Sinnsuchend. Anders als alle anderen.

Und es sind diese Millennials, die nicht mehr in Filialen gehen, sich lieber per Smartphone auf die Suche nach der billigsten Versicherung und dem kostenlosen Girokonto begeben. Hätten wir ausschließlich diese Y-Generation als Kunden, unsere Filialen wären längst geschlossen. Dann würde es auch wieder mit der Eigenkapitalrendite klappen, denn laut einer Studie von Bain & Company sind die Direktbanken auf dieses Merkmal bezogen im Ranking auf Platz zwei. Alle Banken mit Filialnetz liegen 2015 deutlich dahinter. Allerdings: Eine Studie kommt selten allein. In der Kundenbankstudie der Eurogroup Consulting suchen zwei von drei Bankkunden ab dem 18. Lebensjahr gezielt nach der persönlichen Beratung. Bleibt also nur, weiterhin in eine Alle-Kanäle-Bedienen-Strategie zu investieren? Die sinkende Zahl der Bankfilialen und Untersuchungen, dass Kunden zum Teil seltener als einmal pro Jahr in eine Filiale kommen, ist doch Wasser auf die Mühlen der Filial-Schließungs-Strategen.

Zugegeben, leicht hat es ein Banklenker nicht. Doch kann und will ich nicht verhehlen, dass ich ein Fan der guten Beratung war, bin und bleibe. Und diese Beratung muss nicht in einer Filiale mit Geldautomat, Kontodrucker etc. stattfinden und mit den damit verbundenen Auflagen einhergehen. Es geht ja um Beratung. Dieser Berater könnte auch in einem „normalen“ Büro sitzen. Die Zahl dieser „Beratungsfilialen“ könnte sogar höher sein und näher am Kunden. Es kostet jedoch nur einen Bruchteil. Wie wäre es mit einer echten (Flag-Ship-)Filiale pro Stadt bzw. Kreis? Voraussetzung für den Erfolg dieser Idee ist eine bessere Kundenbindung. Endlich echte Gesamtbedarfsberatung aus einer Hand anbieten, bei der sich der „Banker“ nicht mehr zu schade ist, auch die Hausratversicherung oder die Haftpflicht zu verkaufen. Oder wir schaffen neue Produkte rund um das Girokonto, bei denen der Versicherungsschutz inkludiert ist.

Es bleibt spannend. Auch im Jahr 2017. Haben Sie Mut zur Veränderung!

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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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