Mittwoch, 11. Mรคrz 2026
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Gewinnend kommunizieren im digitalen Zeitalter

Unser Kommunikationsverhalten hat sich stark verรคndert. Frรผher wurden kurze Fragen an oder von Kollegen, Kunden und Lieferanten meist mit einem Telefonat geklรคrt, heute geschieht das hรคufig per Mail oder Chat-Nachricht. Bei dieser โ€žmodernenโ€œ Kommunikation bleibt jedoch oft eines auf der Strecke: der Mensch mit seinen Bedรผrfnissen. Jeder Mensch mรถchte als Individuum wahr- und ernstgenommen werden. Als Kunde mรถchte er umworben werden, als Mitarbeiter wรผnscht er sich Wertschรคtzung und Anerkennung und als Geschรคftspartner benรถtigt er den Augenkontakt, um Vertrauen aufzubauen.

Ein unreflektierter Umgang mit diesen Bedรผrfnissen und den modernen Kommunikationsmedien kann dramatische Auswirkungen auf die Qualitรคt unserer Kontakte und Beziehungen haben. Deshalb hier einige Tipps, wie Sie im digitalen Zeitalter eine gewinnende, weil die Menschen wertschรคtzende Kommunikation fรผhren.

Tipp 1: Human Awareness (persรถnliche Zuwendung)

Der persรถnliche Kontakt zรคhlt nach wie vor. Das wird bei der Vernetzung รผber die sozialen Medien oft vergessen. Eine hohe Zahl digitaler Kontakte mag beeindruckend auf AuรŸenstehende wirken, doch letztlich entscheidet die Qualitรคt und nicht die Zahl der Kontakte รผber die Tragfรคhigkeit Ihres Netzwerks. Die Qualitรคt Ihrer Kontakte kรถnnen Sie vor allem dadurch steigern, dass Sie diese auch offline, also im realen Leben pflegen.

Tipp 2: Social Awareness (soziale Kompetenz)

Eher โ€žrobusteโ€œ Zeitgenossen verstehen Empathie oft falsch. Sie sind รผberspitzt formuliert der Auffassung: Ich muss auch lachen, wenn dies mein Gegenรผber tut. Und wenn er weint? Sollte ich das ebenfalls tun. Dies kann ein Ausdruck von Empathie sein, ist es aber nicht zwangslรคufig.

Viel wichtiger ist es, dem Anderen zuzuhรถren und ihn als Mensch wahr- und anzunehmen. Aus der hieraus erwachsenden Verbindung und Vertrauensgrundlage entwickeln empathische Menschen dann Lรถsungen oder Ideen, die dem anderen im Idealfall helfen, beispielsweise sein Problem zu lรถsen.

Tipp 3: Incident Awareness (Gespรผr fรผr den Moment)

Die Wahl des Kommunikationsmediums beeinflusst den Verlauf und Ausgang einer Situation entscheidend. So macht es zum Beispiel einen gewaltigen Unterschied, ob man ein Lob per Mail oder Telefon formuliert oder von Angesicht zu Angesicht weitergibt. Dasselbe gilt fรผr Kritik oder das Treffen von Absprachen. Gerade wenn wir unter Zeitdruck stehen, neigen wir oft dazu, mit anderen Menschen zum Beispiel per Mail zu kommunizieren โ€“ in der Hoffnung, Zeit zu sparen, und aufgrund der falschen Annahme, immer schnell reagieren zu mรผssen. Wer schnell reagiert, macht jedoch hรคufiger Fehler und vergisst entscheidende Details. Und vor allem bleiben bei der schnellen Kommunikation per Mail oder Chat so nebenbei hรคufig die Wertschรคtzung und Anerkennung fรผr den anderen auf der Strecke. Kommunikation reduziert sich dadurch nur noch auf Information.

Tipp 4: Digital Awareness (digitale Glaubwรผrdigkeit)

Halten Sie (und Ihr Unternehmen) im realen Leben, was Sie online versprechen? Angenommen Sie werben mit den Begriffen โ€žpersรถnlichโ€œ und โ€žvertrauenswรผrdigโ€œ um Kunden. Dann passen Telefonate auf offener StraรŸe, in der Flughafenlobby oder im Zug โ€“ wo jeder mithรถren kann โ€“ nicht zu diesem (Werbe-)Versprechen.

Bei der Digital Awareness geht es darum, die Botschaften, die Sie bei der digitalen Kommunikation aussenden, mit denen im persรถnlichen Kontakt zu synchronisieren, damit Sie (und Ihr Unternehmen) glaubwรผrdig wirken. Denn der Glaubwรผrdigkeit und Authentizitรคt einer Person, Organisation oder Marke messen immer mehr Menschen bei ihren (Kauf-)Entscheidungen eine sehr hohe Bedeutung bei. Dessen sollten sich insbesondere Fรผhrungskrรคfte und Verkรคufer bei der Wahl der Kommunikationskanรคle bewusst sein.

Tipp 5: Timeout-Awareness (Auszeiten nehmen)

Definieren Sie Zeiten, in denen sie sich vor allem um sich selbst und die Ihnen oder fรผr Sie wichtigen Menschen kรผmmern โ€“ Zeiten also, in denen Ihr PC und Smartphone ausgeschaltet sind. Denn woran messen Ihre Kollegen, Mitarbeiter oder Kunden zum Beispiel in Besprechungen, welche Bedeutung Sie ihnen und dem behandelten Thema beimessen? Auch daran, ob besagte Medien ausgeschaltet sind. Zu Recht! Denn nur dann kรถnnen Sie sich voll und ganz auf die Situation und Ihr Gegenรผber konzentrieren.

Barbara Liebermeister leitet das Institut fรผr Fรผhrungskultur im digitalen Zeitalter (IFIDZ), Frankfurt. Die Managementberaterin und Vortragsrednerin schrieb unter anderem das Buch โ€žEffizientes Networking: Wie Sie aus einem Kontakt eine werthaltige Geschรคftsbeziehung entwickelnโ€œ.

Barbara Liebermeister ist Rednerin, Leitung Institut f. Fรผhrungskultur im digitalen Zeitalter (ifidz) bei Barbara Liebermeister - Alpha Intelligence: Vortrรคge fรผr erfolgreiche Leader.

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