Interview mit Dipl.-Kfm. Marc Ahlers, Managing Director der im Finanzdienstleistungsmarkt tätigen Unternehmensberatung MC4MS zur großen Abgeltungsteuer-Studie

Herr Ahlers, wie stehen die Anlageberater in Deutschland zur Einführung der Abgeltungsteuer ab 2009?

Dass es ein steuerlich richtiger Schritt ist, glauben nur knapp 40% der Berater, mehr als die Hälfte der Berater sehen es eher als massive Steuererhöhung und knapp 70% der Berater erwarten eine Sonderkonjunktur für die Finanzdienstleistungsbranche. Wenn Sie so wollen, als steuerzahlende Bürger sind die Berater eher skeptisch, als Banker dagegen optimistisch.

Wie wichtig ist das Thema Abgeltungsteuer für die Anlageberater bereits jetzt im täglichen Geschäft?

Für knapp 90% der Berater ist die Abgeltungsteuer aktuell schon ein wichtiges Thema in den Kundengesprächen. Mehr als die Hälfte ihrer Kunden ist aus Beratersicht demnach davon akut betroffen. Bei Banken & Sparkassen nimmt das Thema Abgeltungsteuer übrigens eine größere Bedeutung ein als bei unabhängigen Beratern.


Was haben die ersten Erfahrungen der Berater zur Abgeltungsteuerberatung hinsichtlich der Kostensensibilität der Kunden ergeben?

Also 2/3 der Berater kann keinen Unterschied feststellen im Vergleich zum Kostenbewußtsein der Kunden im allgemeinen. Die übrigen Berater tendieren eher dazu, dass die Kosten bei Abgeltungsteuer-getriebenen Anlagen weniger wichtig sind, der Vertrieb also diesbezüglich leichter fällt.


Herr Ahlers, welche Produkte werden bis Ende des Jahres vermehrt nachgefragt und welche Produkte werden zu Ladenhütern?

Investmentfonds sind erwartungsgemäß die Abgeltungsteuer-Gewinner in 2008. Besonders Aktien- und Dachfonds stehen bei Beratern in der Gunst weit oben. Aber eine relativ hohe Bedeutung haben auch fondsgebundene Rentenversicherungen. Interessanterweise spielen Sparprodukte nur eine geringe Rolle im Vertrieb, obwohl diese ja für viele Anleger mit höherem individuellem Steuersatz nun relativ attraktiver werden.


Die Kommunikationsaktivitäten der Fondsgesellschaften zur Abgeltungsteuer sind schon sehr intensiv im Markt. Wer macht aus Sicht der Berater den besten Job und hat die beste Werbung/Kommunikation zu der Thematik?

Die Abgeltungsteuer-Kommunikation der DWS wird unter den Top-Fondsgesellschaften von den Anlageberatern als führend gesehen, gefolgt von der Deka und Union Investment. Wenn man nur die unabhängigen Berater betrachtet sind es die DWS gefolgt von Fidelity und Allianz Global Investors. Bei den letzteren von
von Fidelity und Allianz Global Investors. Hier machen sich die massiven Investitionen in den Drittvertrieb nun bezahlt. Interessant ist, dass die Berater in V&R-Banken ihrem Spitzeninstitut Union Investment auch die höchste Produktkompetenz zugestehen, bei anderen Instituten sind die eigenen Berater deutlich offener für Fremdanbieter.

Mehr Informationen zur Studie inkl. Expertenmeinungen, Presseartikel und Bestellmöglichkeit der Studie siehe unter:

www.abgeltungssteuer-studie.de/

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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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