BANKINGNEWS im Interview mit Thomas Schütz, Geschäftsführer der Messe Frankfurt Ausstellungen GmbH, zur E.B.I.F. 2008.

European Banking & Insurance Fair – The European Market Place for Financial Services Solutions
Di 18. – Do 20. November 2008 – Frankfurt am Main, Messegelände, Halle 5.1

BANKINGNEWS: 2007 hat die E.B.I.F. bereits einen umfangreichen Messerelaunch durchgeführt. Im Anschluss an die drei Tage im November 2007 gab es wenig   glückliche Aussteller. Todgeweihte leben länger, jetzt kommt Relaunch Nr. 2. Warum wird es diesmal klappen?

Wir sind optimistisch, dass unser im Frühjahr mit dem Beirat und Vertretern führender Lösungsanbieter erarbeitetes neues Konzept für die E.B.I.F. gut bei Ausstellern und Besuchern ankommen wird. 2007 hatten wir bereits erste Ideen in Richtung einer größeren Praxisnähe mit dem Business Solutions Forum umgesetzt. Dafür bekamen wir von den Messeteilnehmern sehr positive Rückmeldungen. Ein weitaus umfassenderer Schritt erfolgt nun 2008 unter anderem mit unserem neuen Raumkonzept und einer zusätzlichen Präsentations-Plattform, den „Demo-Points“, wo die Anbieter ihre Produkte und Ideen dem interessierten Fachpublikum vorstellen können. Wir hoffen, dass wir mit dem neuen Konzept sowohl Besucher als auch internationale Aussteller noch besser erreichen und miteinander ins Gespräch bringen können als bisher. Denn Kommunikation und das Knüpfen von Kontakten zählen neben der reinen Produktwelt schließlich zu den wichtigsten Gründen, um auf eine Messe zu gehen.

BANKINGNEWS: Der Markt bewegt sich schneller als man Messekonzepte gestalten kann. Müssen sich Aussteller, Besucher, aber vor allem auch die Messeorganisatoren in Zukunft auf regelmäßige Konzeptveränderungen einstellen, um das Format „Messe“ noch ein paar Jahre am Leben zu halten?

Thomas Schütz: Sie haben Recht, der Messe-Markt bewegt sich. Ich glaube schon, dass die Veranstalter ihre Konzepte immer wieder überprüfen müssen. Wir denken, dass wir mit der E.B.I.F. auf dem richtigen Weg sind. Wichtig als Messeveranstalter ist, die Bedürfnisse und Wünsche von Besuchern und Ausstellern aufzunehmen und möglichst zielgerecht umzusetzen. Nur dann kann eine Messe für beide Gruppen langfristig attraktiv und erfolgreich sein. Ich gehe davon aus, dass wir mit unserem neuen Konzept und dem stärkeren Fokus auf den Bereich Kommunikation/Networking den aktuellen Trend getroffen haben.

BANKINGNEWS: Hat sich das Einkaufs- und Informationsverhalten, gerade im IT-Bereich, in den letzten Jahren nicht grundlegend verändert? Ist das Konzept „Messe“ im Business to Business-Sektor der Finanzwirtschaft überhaupt noch State of the Art?
Thomas Schütz: Ja, das Einkaufs- und Informationsverhalten hat sich sicherlich verändert, insbesondere im IT-Bereich. Dem müssen wir Rechnung tragen: Wir müssen Aussteller und Besucher dort abholen, wo sie sind, und dürfen nicht erwarten, dass einmal aufgelegte Standard-Konzepte immer die richtigen sein müssen. Aber es gibt viele Faktoren, die auch heute noch für eine Messeteilnahme sprechen. Das sind vor allem Punkte wie Informationsaustausch und Networking, Gewinn neuer Kundenkontakte und die Steigerung des Bekanntheitsgrades. Und bedenken Sie: Nirgendwo können so viele und so kompetente Fachleute in so kurzer Zeit erreicht werden wie bei einer Messe. Gute Fachmessen werden damit immer ihren Raum haben.

BANKINGNEWS: Die E.B.I.F. ist zudem ja auch nicht der einzige Anbieter in diesem Segment. Nicht nur, dass die Cebit in Halle 17 ein halbes Jahr vor und ein halbes Jahr nach der E.B.I.F. um Aussteller und vor allem Besucher buhlt. Jetzt kommt ab Juni 2009 auch noch das Finance Forum aus der Schweiz nach Deutschland. Und dann auch noch in Ihre Nähe nach Wiesbaden.

Thomas Schütz: Wettbewerb belebt das Geschäft. Die E.B.I.F. ist Europas größte unabhängige Fachmesse mit Technologielösungen für die Finanzbranche und findet unter dem Dach der Euro Finance Week mit mehr als 500 Sprechern und 10.000 Besuchern aus über 60 Nationen statt. Sowohl die Cebit als breit aufgestellte IT-Messe als auch das Finance Forum mit seinem Vortrags-Schwerpunkt sind ganz anders ausgerichtet als die E.B.I.F. und damit nicht direkt vergleichbar. Daneben gibt es übrigens auch noch zahlreiche Hausmessen, die mit einem noch anderen Konzept arbeiten und auch wieder ein anderes Publikum anziehen. Zur E.B.I.F. kommen Besucher, die an Lösungen und IT-Themen für die Finanzbranche interessiert sind. Dies ist ein sehr spezifisches Publikum.

BANKINGNEWS: Gestartet sind E.B.I.F. und die European Finance Week vor einigen Jahren mit inhaltsgleichem Angebot. Da war es für den Besucher leicht, zwischen den beiden Angeboten zu pendeln. In den letzten Jahren haben sich die beiden Formate voneinander entfernt. Ein Grund für weniger Besucher? Änderung in Sicht?

Thomas Schütz: Die beiden Veranstaltungen haben sich inhaltlich in verschiedene Richtungen entwickelt und wenden sich durchaus auch an unterschiedliche Zielgruppen einer gemeinsamen Branche. Richtig ist allerdings auch, dass die praxisorientierten Themen früherer Konferenzen mittlerweile in Form von Vorträgen, Workshops und im Business Solutions Forum innerhalb der Messe behandelt werden. Gleichzeitig gibt es aber auch in wichtigen Teilen Überschneidungen, somit ergänzen sich beide wiederum sehr gut. Die Euro Finance Week, die von unserem Partner, der Maleki Group, seit Jahren erfolgreich organisiert wird, konzentriert sich als Kongress auf die großen finanzpolitischen und –strategischen Fragen und spricht damit vor allem hochrangige Manager an. Bei der E.B.I.F. werden explizit Anwender und Entscheider für Lösungen und IT-gesteuerte Themen angesprochen – und genau mit diesen Fachbesuchern werben wir ja auch bei den Ausstellern. Themen wie SEPA, Risikomanagement, Kriminalitätsbekämpfung oder Abgeltungsteuer finden sich hier wieder – aber eben auf der Anwendungsebene und möglichst praxisorientiert. Nicht jeder EFW-Besucher kommt also zwangsläufig zur E.B.I.F. und umgekehrt, trotzdem gibt es viele EFW-Teilnehmer, die auch die E.B.I.F. besuchen.

Thomas Schütz ist Geschäftsführer der Messe Frankfurt Ausstellungen GmbH. Zuvor war er bei Expoconsult / Miller Freeman Deutschland und bei Heckmann Messen und Ausstellungen tätig.

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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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