Italien-Votum: Schäuble sieht keine Gefahr für Eurozone

Bankenbrief
Wichtiges vom 05. Dezember 2016

Das Thema

Italien-Votum: Schäuble sieht keine Gefahr für Eurozone

Anleger und Analysten haben heute auf das Scheitern des Verfassungsreferendums in Italien und den Rücktritt von Ministerpräsident Matteo Renzi besonnen reagiert. Das von manchen befürchtete Beben an den Finanzmärkten blieb aus. In Frankfurt legte der Dax zeitweise sogar um 1,68 Prozent auf 10.689,61 Punkte zu. Auch beim Eurofinanzminister-Treffen in Brüssel war von Aufregung wenig zu spüren. „Es gibt keinen Grund, von einer Euro-Krise zu reden“, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Die Reaktionen an den Märkten seien entspannt. Der Ausgang der Volksabstimmung sollte „mit einer gewissen Gelassenheit“ zur Kenntnis genommen werden. In Rom müsse es jedoch dringend eine handlungsfähige Regierung geben. Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, warnte: „Das ‚Nein‘ der Italiener zu einer umfassenden Senatsreform ist ohne Zweifel ein Rückschlag – auch für Europa.“ Die italienische Politik wie Gesellschaft dürften daraus nicht einen Auftrag zum Reformstillstand ableiten. Die zuletzt deutlich gestiegenen Zinsen für italienische Staatsanleihen unterstrichen, dass vermeintlich einfache „Lösungen“, wie zum Beispiel massive staatliche Ausgabenprogramme, fern der Realität anzusiedeln seien. Auch Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), erklärte, das Ergebnis der Abstimmung bedeute „weitere verlorene Zeit“. Die italienische Wirtschaft schwächelt, die Arbeitslosigkeit ist hoch, und in den Büchern der Banken stehen ausfallgefährdete Kredite im Volumen von geschätzt 360 Milliarden Euro.

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bloomberg.com
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Die weiteren Themen von heute:

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  • HSBC Trinkaus & Burkhardt erhält Kapitalspritze
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  • Französischer Finanzminister Sapin: Athens Schuldenlast verringerna

Was morgen wichtig wird

Die Unternehmensberatung Bain & Company stellt die Ergebnisse einer Studie über Deutschlands Banken im internationalen Vergleich vor. In Frankfurt beginnt die Handelsblatt-Jahrestagung „Banking smart and simple – Neue Infrastrukturen und IT-Strategien für die digitale Bank“ (bis 7. Dezember). Das Deutsche Aktieninstitut erörtert bei einem Pressegespräch das Thema „Lebensstandard im Alter sichern – Rentenlücke mit Aktien schließen“. In Essen beginnt der Bundesparteitag der CDU, auf dem sich Kanzlerin Angela Merkel wieder zur Wahl als Parteivorsitzende stellt. In Berlin werden die Ergebnisse der OECD-Bildungsstudie „PISA 2015“ vorgestellt.

Der Nachschlag

Coolerer Arbeitsplatz zieht mehr als Geld

Langsame Computer-Technik, alte Bürostühle, seelenlose Konferenzräume – das ist nicht das, was sich Arbeitnehmer wünschen. Die meisten verbringen den größten Teil des Tages am Arbeitsplatz. Doch wie sollte dieser in Zukunft aussehen, um sich wohlzufühlen? Eine Forsa-Umfrage ergab, dass ein Großteil der Büroarbeiter zugunsten eines cooleren Arbeitsplatzes sogar auf mehr Gehalt verzichten würde. Eine attraktive Ausstattung der Umgebung ist von großer Bedeutung, aber auch gute Erreichbarkeit. Zudem werden Duschen und Fahrradstellplätze immer wichtiger. Worauf die Befragten sonst noch Wert legten, lesen Sie hier:


Bildnachweis Vorschaubild (Wolfgang Schäuble): Bundesministerium der Finanzen, Foto: Ilja C. Hendel

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