Italienische Regierung erwartet kein „finanzielles Erdbeben“

Bankenbrief
Wichtiges vom 02. Dezember 2016

Das Thema

Italienische Regierung erwartet kein „finanzielles Erdbeben“

Italiens Regierung rechnet bei einer Ablehnung der Verfassungsreform am Sonntag nur mit einer kurzfristigen Nervosität an den Finanzmärkten. Er sehe nicht die Gefahr eines „finanziellen Erdbebens“ für den Fall eines No-Votums, sagte Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan in einem heute veröffentlichten Interview. Zwar könnten die Märkte in den ersten 48 Stunden in Unruhe versetzt werden. „Aber dann wird sich wie beim Brexit der Nebel lichten und Normalität zurückkehren.“ Verwerfungen an den Märkten könnten vor allem die italienischen Geldhäuser treffen. Sie mussten zuletzt acht Monate in Folge Geldabflüsse hinnehmen. Padoan betonte, er sehe keine systemischen Risiken für die italienischen Banken. „Sollte es zu einem anderen Ausgang kommen, werden wir prüfen, ob eine Form des Eingreifens notwendig sein wird“, sagte er. Experten erwarten, dass bei einem „Nein“ auch die Europäische Zentralbank (EZB) mittels ihres Anleihekaufprogramms intervenieren könnte. Beruhigend äußerte sich heute auch Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank: „Fällt die Reform am Sonntag durch, kehrt die Staatsschuldenkrise nicht automatisch zurück.“ Zudem wurde heute bekannt, dass die Regierung mit der EU-Kommission über eine Rettung der angeschlagenen Bank Monte dei Paschi verhandelt. Italien habe bereits einen Antrag auf Rekapitalisierung durch den Staat gestellt.en.

finanzen.net
de.reuters.com
faz.net
derstandard.at

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  • VW Financial Services mit Rekordgewinn
  • Volkswirte: EZB verlängert Anleihekaufprogramm
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  • 1MDB: Strafen für Standard Chartered und Coutts
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  • Fahrenschon: Zahl der Sparkassen wird 2017 unter 400 sinken
  • Singapur verhängt Berufsverbot gegen Leissner

Was in den nächsten Tagen wichtig wird

Am Sonntag entscheiden die Bürger in Italien über das Verfassungsreferendum und damit indirekt über die politische Zukunft von Ministerpräsident Matteo Renzi. In Österreich stimmen die Wähler am selben Tag über ihr künftiges Staatsoberhaupt ab. Vor dem Supreme Court in London beginnt am Montag die viertägige Anhörung im Verfahren, ob das britische Parlament in die Brexit-Entscheidung mit einbezogen werden muss. Der High Court hatte am 3. November entschieden, dass die Abgeordneten vor Einleitung von Brexit-Verhandlungen mit der EU diesen zustimmen müssen. Premierministerin Theresa May will keine Parlamentsbeteiligung. Die Anhörung wird auf der Webseite des Gerichts live übertragen.

Der Nachschlag

Schokolade aus dem „Geldautomaten“

Die Schweizer Raiffeisenbank Prättigau-Davos geht neue Wege: Um vor allem Senioren die Angst vor dem Geldautomaten zu nehmen, haben sie in einer Filiale zusätzlich einen zum Verwechseln ähnlichen Automaten aufgestellt. Zum Üben kann dort mit der Geldkarte eine Schokoladen-Praline „abgehoben“ werden. Allerdings ist die Ausgabe auf ein Stück pro Tag begrenzt. In der Filiale werden zudem Kundengespräche in Beratungsboxen mit Kuhfell und Luftkissen geführt.


Bildnachweis Vorschaubild (Banca d’Italia): iStock.com/Petrovich9

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