Die Angst vor den Folgen, wenn man Griechenland hängen lässt ist groß. Und genauso groß fällt nun das Rettungspaket für die Griechen aus. Offen bleibt die internationale Regulierung der Finanzmärkte.

Doch einem politischen Organ der Bundesrepublik gefällt die derzeitige Ruhe über die staatlichen Bemühungen einer schärferen Regulierung der Finanzmärkte gar nicht. Die Rede ist von Hörst Köhler. In München hat er anlässlich eines Wirtschaftsforums die derzeitige Untätigkeit rund um das Thema Regulierung und damit auch die amtierende Regierung stark kritisiert. Es müsse ein Verbot von Leerverkäufen geben und auch die avisierte Finanztransaktionssteuer müsse eingeführt werden. „Die Gewinne haben wenige gemacht, die Verluste muss die Allgemeinheit tragen, so Köhler.

Scharfe Worte die der Bundespräsident in München formuliert hat. Zumal die Worte von einem Fachmann stammen, Sie erinnern sich: Von 2000 bis 2004 war er geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Der Fall „Griechenland“ zeigt, indes wie leicht Europa und der Rest der Welt auf eine nächste Finanzkrise zusteuern könnten und die Angst scheint nun auch das avisiere Rettungspaket für Griechenland zu beschleunigen. Die Alternative Griechenland nicht zu retten und zudem aus dem Euro auszuschließen, hat es im Grunde nie gegeben.

Der Fall „Griechenland“ zeigt jedoch auch, dass die Regulierung der Finanzmärkte wichtiger den je ist, auch wenn derzeit die meisten Staaten in einer Art „Lauerstellung“ verharren und erst tätig werden wollen, wenn die große globale und weltumspannende Lösung vorliegt. Doch einer wird den Anfang machen müssen.

Köhler fordert in München in vier konkreten Punkten die Umsetzung einer Finanzmarktregulierung:

  • Banken und Hedgefonds müssen über ein ausreichend hohes Eigenkapital verfügen
  • Kein Finanzinstitut darf so groß sein, dass bei einem scheitern der gesamte Finanzmarkt mitgerissen wird. Eine internationale Insolvenzordnung muss her
  • Es sollten nur noch Derivate gehandelt werden, die eine internationale Zulassung haben
  • Die Finanzakteure müssen an den Kosten für die Bewältigung der Krise beteiligt werden

Umsetzung folgt?

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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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