Nur aus einer Kooperation auf Augenhöhe zwischen Bank und Fintech kann ein nachhaltiger Mehrwert für den Kunden entstehen. Bildnachweis: iStock.com/monkeybusinessimages

Insgesamt sind derzeit 544 Fintechs am deutschen Markt aktiv – 284 bewegen sich laut einer aktuellen Studie im B2B-Sektor. Etwa 15 von ihnen bieten Factoring an. Die Mehrheit konzentriert sich dabei auf kleine und mittelgroße Unternehmen und wirbt mit Kostenvorteilen sowie einer Vielzahl an digitalen Tools. Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Anbieter, die sich im Forderungsverkauf etablieren wollen, noch zunehmen wird. Was bedeutet es für die etablierten Factoring-Anbieter, wenn automatisierte Lösungen in dieses Geschäftsfeld vordringen und immer mehr innovative Anbieter auf den Markt drängen? Steht dem klassischen Factoring-Geschäft eine Revolution bevor?

Mehr Tech als Fin

Schon heute stehen traditionelle Finanzhäuser und junge Start-ups in einem konstruktiven Dialog, was allein schon die steigende Zahl an Kooperationen und Akquisitionen zeigt. Es gibt viel voneinander zu lernen. Fintechs glänzen durch intelligente Plattformlösungen und einen klaren Fokus auf innovative Angebote. Sie haben es im digitalen Zeitalter gut verstanden, die Kundenbedürfnisse in den Mittelpunkt ihrer Strategien zu stellen. Die frische und oftmals unkonventionelle Herangehensweise, insbesondere aber ihr technisches Know-how, kann eine wichtige Bereicherung für die Finanzbranche darstellen und durchaus neue Maßstäbe setzen. Ohne Zweifel sehen wir – und viele andere etablierte Adressen – Fintechs daher nicht als Konfrontation, sondern vielmehr als Inspirationsquelle.

Angesichts des Hypes um die Start-ups sollte allerdings nicht vergessen werden, dass Fintechs nun mal grundsätzlich mehr Tech als Fin sind. Langfristig am Markt etablieren werden sich daher vielleicht gerade einmal zwei bis drei Anbieter. Was diesen Start-ups aufgrund ihrer Struktur häufig fehlt, ist der persönliche Ansprechpartner mit tiefer Finanzexpertise, der geschäftliche Sparringspartner, der um den Kunden und seine Situation weiß, der Details und Hintergründe kennt und profund beraten kann. Der Fokus auf clevere Online-Lösungen, die Vereinfachung von Prozessen und die damit einhergehende Transparenz sind sicher der richtige Ansatz. Das haben wir bei TARGO Commercial Finance bereits früh erkannt. Eine ganzheitliche Finanzberatung, wie sie etablierte Finanzdienstleister anbieten, meistern die Fintechs damit jedoch nicht.

Kooperationen schaffen Synergien

Der Weg zum Win-win für beide Seiten liegt meiner Ansicht nach daher eindeutig in operativen und strategischen Kooperationen – oder auch in Akquisitionen. Wir bei TARGO Commercial Finance wollen diese Entwicklung aktiv mitgestalten und kooperieren bereits erfolgreich mit dem Fintech Billie, bei dem wir als Refinanzierer und Beiratsmitglied agieren.
Überzeugt hat uns die Ernsthaftigkeit und Professionalität, mit der Billie innovatives Echtzeit-Factoring anbietet. Das Unternehmen verfügt zudem als eines der wenigen deutschen Fintechs über eine Lizenz der BaFin und weist ein überaus professionelles Risiko-Scoring auf.

Dieses Engagement sowie die Innovationskraft, gepaart mit der langjährigen tiefen Expertise eines Finanzierungsexperten im Forderungsverkauf lassen intelligente und werthaltige Lösungen entstehen. Wenn sich dabei die Geschäftsmodelle der Kooperationspartner ergänzen und die Zusammenarbeit auf Augenhöhe stattfindet, können Kunden einen echten nachhaltigen Mehrwert erlangen, wie unsere Kooperation mit Billie praktisch unterstreicht.
Am Ende geht es bei aller Euphorie hinsichtlich der Factoring-Start-ups nämlich stets um die bestmöglichen kundenspezifischen Services. Dabei gilt: Nur wer den Spagat aus persönlicher Beratung, tiefer Branchenkenntnis und digitalen Services erfolgreich meistert, kann einen Wettbewerbsvorteil generieren.

TEILEN
Vorheriger ArtikelGebührenexzesse können nicht die Lösung sein
Nächster ArtikelStaatlich finanzierte Neukundenakquise
Joachim Secker ist seit August 2016 Chief Executive Officer von TARGO Commercial Finance. Das Unternehmen ging aus dem durch die französische Bankengruppe Crédit Mutuel übernommenen Factoring- und Leasing-Geschäft von GE Capital in Deutschland hervor, das Joachim Secker seit 2008 als CEO leitete. Der gelernte Industriekaufmann und Absolvent der Frankfurt School of Finance & Management stieß 1980 zur GE Capital Bank AG, damals Heller Factoring Bank AG, war dort zunächst Junior-Vertriebsmitarbeiter, später Direktor mit Prokura und schließlich Mitglied des Vorstands, dem er von 1999 bis zur Umfirmierung in die TARGO Commercial Finance AG vorsaß. Secker ist außerdem Sprecher des Deutschen Factoring-Verbands, hat Aufsichtsratsmandate und ist Vorstandsmitglied des Bankenverbandes Rheinland-Pfalz.“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

*

code