Mario Draghi

Die neue Macht über Banken

In der Regel  ist die Hauptaufgabe einer Zentralbank die Geld- und Währungspolitik eines Landes oder einer Region. Preisniveau- und Geldwertstabilität sollen die Hüter in den Zentralbanken im Auge behalten und steuern.

Die Politik will verhindern, dass Steuerzahler ein weiteres Mal zur Kasse gebeten werden, wenn Banken mit Geld gerettet werden müssen. Die Auswirkungen einer Bankenkrise können für ein Land dramatisch sein. Deshalb übernimmt Mario Draghi ab dem ersten November 2014 zusätzlich die Kontrolle über Banken in Europa.

Seinen Einstand feiert er mit einem Stresstest über 131 Banken, davon 23 aus Deutschland. Damit will sich Draghi vor dem Start einen Einblick  verschaffen, welches Risiko er in die EZB lädt. Ergebnisse gibt es am 26. Oktober. Elke König, Chefin der Bafin deutete bereits an, dass nicht alle Banken  mit guten Noten aus dem Test gehen.

120.000 Kredite geprüft

Kritik gibt es an allen Ecken. Die geprüften Bilanzen zeigen das Datum 31.12.2013 und schon eilt Mario den Banken zu Hilfe und erklärt es sei ja seit 2014 viel
passiert. Wissenschaftler entgegnen jedoch, dass sich die Risikolage gemessen am Eigenkaptal nicht verbessert habe. Zwar wurde neben der Prüfung von 120.000 Krediten auch das Szenario eines Konjunktureinbruchs in den Stresstest einbezogen, immer ist es jedoch eine Annahme gegen alte Daten. Die Bilanzen von Banken sind ein dynamisches Werk.

Super Marios neue Kräfte

Endlich hat Mario auch neue Superkräfte und kann Banken nach dem Vorbild der USA schließen, wenn sie beim Test durchfallen. Sozusagen nachsitzen oder direkt abwickeln. Immerhin liegen die USA im Rennen um die Schließung von Banken dramatisch vorne. Im Krisenjahr 2008 wurde die Schließung 25 Mal geübt, 2010 war der Zenit mit 157 Schließungen erreicht. Insgesamt hat es seit der Krise 502 Institute getroffen.

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Christian Grosshardt, Jahrgang 1986, verfügt über mehr als sechs Jahre Berufserfahrung in Print- und Online-Journalismus. Während seines Studiums der Germanistik, das er mit dem Master of Arts abschloss, sammelte er bereits umfangreiche redaktionelle Erfahrungen als freier Mitarbeiter bei der Kölnischen Rundschau. Christian Grosshardt betreut BANKINGNEWS seit der ersten Printausgabe und ist seit August 2016 stellvertretender Chefredakteur.

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