Donnerstag, 16. April 2026
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Mobile Wallet: Was fehlt, ist die Definition

Reden Menschen รผber den mobilen Zahlungsverkehr, so ist der Schritt zum โ€žMobile Walletโ€œ, der in zwischen zu einem Mega-Hype avanciert ist, nicht mehr weit. Aber was ist dieses Mobile Wallet รผberhaupt? Wird es sich jemals durchsetzen kรถnnen?

Jeder Anbieter eines sogenannten Wallets definiert dieses nach seiner Position in der Wertschรถpfungskette anders. Durchgehender Bestandteil aller Mobile Wallets ist aber eine Bezahlfunktion – dieser kleinste gemeinsame Nenner ist sicher unbezweifelt und soll hier auch als kleinster gemeinsamer Nenner oder Klammer dienen.

 

Als Mobile Wallets kommen daher in Deutschland unter anderem in Frage:

– PayPal
– Yapital
– SQWallet
– Kesh
– PayCash
– paij
– O2
– mpass
– Telekom
– myWallet
– Targobank
– Edeka & Netto
– Postpay
– myTaxi

Nun kann man sagen: Was fรผr ein Quatsch – wer braucht denn so viele Wallets? Die einfache Antwort ist: Alle braucht keiner, aber jede einzelne Lรถsung hat ihre Berechtigung.

Warum ist das so?

Ich glaube nicht an die eine super Mobile Wallet mit der alle fรผr die Wallet relevanten Use-Cases abgebildet werden und die alle Nutzer und Anbieter glรผcklich macht. Im Gegenteil, ich glaube an die Vielfalt der Wรผnsche und an die Macht des klaren und erkennbaren Kundennutzen.
Schauen wir uns einige Analogien an:

Mobile Banking

Wie viele verschiedene Mobile Banking Apps gibt es im Appstore? Wahrscheinlich mehr als 50. Und ist das schlimm? Nein, da der Nutzer sich die fรผr ihn passende Lรถsung seiner Bank oder eines neutralen Anbieters sucht. ร„hnlich wird es mit den Mobile Wallets passieren: Nutzer entscheiden sich fรผr ihren Favoriten.

Einzel-Dienste statt Schweizer Taschenmesser

Aktuell ist das โ€žEntpackenโ€œ von gewachsenen Diensten in Einzel-Apps angesagt (Keep it Simple statt Feature-War).ย  Diesen Trend machen aktuell die erfolgreichen Player wie Facebook (Messenger, Paper, Facebook), Foursquare (Swarm, Foursquare) oder Google (Google Apps, Google Tabellen, Google Docs) noch vor. Letztlich nicht รผberraschend, da der bereits mehr als fรผnf Jahre Apple-Claim โ€žthere is an App for thatโ€œ weiterhin sehr richtig ist.

Was heiรŸt das fรผr Mobile Wallets: Auch hier werden es die Schweizer Taschenmesser Ansรคtze sehr schwer haben. Will heiรŸen: Loyalty, CheckIn, Angebote, Bezahlen, Indoor-Navigation, Schlรผssel, Ausweis, Tickets etc. in nur einer App ist kein Erfolgsrezept.

Es ist ein Spiel der Schnittstellen

Mein persรถnlicher Favorit eines mobilen Wallets besteht aus vielen kleinen Apps, die meine persรถnlichen Use-Cases abbilden und die รผber smarte Schnittstellen miteinander verbunden sind. Welche in Teilen miteinander verbunden โ€žMini-Appsโ€œ aus dem Featureangebot der Mobile-Walletsย  ich mir wรผnschen wรผrde, finden Sie in der nebenstehenden Infobox. Wie so oft scheint es mir aktuell so, dass die Anbieter der Mobile Wallets sich und ihre eigenen Vorstellungen vor die der Nutzer stellen. Und natรผrlich verstehe ich, dass es vor allem darum geht, wem der Nutzer โ€žgehรถrtโ€œ und wer diesen im ersten Zugriff hat. Nur scheint es mir aktuell so, dass die Nutzer in dem Spiel nicht mitmachen und es so im โ€žmobile Wallet Warโ€œ keinen Sieger geben wird. Also: There is an app for every usecase und der Rest sind APIs.

Andrรฉ M. Bajorat beschรคftigt sich schon seit 1996 mit Payment und Banking. Als ehemaliger Geschรคftsfรผhrer von giropay und MdGl bei Star Finanz berรคt er heute als freier Berater und ist zudem Co-Founder von figo – Anbieter einer Online-Banking API.

Andrรฉ Bajorat ist CEO bei der figo GmbH.

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