Nach Brexit: keine EZB-Lizenzen für Briefkastenfirmen

Bankenbrief
Wichtiges vom 03. März 2017

Das Thema

Nach Brexit: keine EZB-Lizenzen für Briefkastenfirmen

In Großbritannien angesiedelte Geldinstitute müssen Teile ihres Geschäfts in die Europäische Union (EU) verlagern, wenn sie nach einem EU-Austritt des Landes eine Banklizenz der Europäischen Zentralbank (EZB) bekommen wollen. Darauf hat EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger während einer Rede in London hingewiesen. „Ich sehe nicht, dass die EZB Lizenzen an leere Unternehmenshüllen vergibt“, sagte sie. Ziel sei es, das Bankensystem sicher und stabil zu machen. „Ich erwarte daher, dass Banken, die eine Lizenz in der Eurozone erhalten wollen, unsere Standards erfüllen“, betonte sie. Lautenschläger geht auch davon aus, dass es zwischen den Bankenaufsichten der EU-Länder keinen Wettlauf nach unten geben werde. Sie forderte die Institute auf, sich frühzeitig um eine Lizenz zu bemühen. Mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen in Frankreich zeigte sich die EZB-Direktorin optimistisch. Sie könne sich keinen EU-Austritt des Landes (Frexit) vorstellen. Der Brexit sei für Paris „kein Vorbild“. Im Wettbewerb der europäischen Finanzplätze um Brexit-Flüchtlinge unter den britischen Geldhäusern könnte der Ausgang der französischen Präsidentschaftswahlen für eine Vorentscheidung sorgen. „Wird Le Pen gewählt, wird kein ausländisches Unternehmen in Erwägung ziehen, Geschäft nach Paris zu verlagern“, sagte Markus Ohlig von Greenwich Associates, der Vermögensverwalter und Banken in Europa und Asien berät. Bislang ist HSBC die einzige Großbank, die Mitarbeiter in die französische Hauptstadt transferieren will.

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Was die nächsten Tage wichtig wird

In Peking beginnt am Sonntag die Jahrestagung des Volkskongresses. Premierminister Li Keqiang wird neue Ziele für die Wirtschaft präsentieren. Am Montag berät der Bundestagsfinanzausschuss den Entwurf des Aufsichtsrechtergänzungsgesetz in öffentlicher Sitzung.

Der Nachschlag

Stellenanzeigen: Was ein Du verrät

Ob im Computer-Shop oder im Büro – der Trend zum Du ist ungebrochen. Auch zwischen Vorgesetzten und Angestellten sinkt die Duz-Schwelle. Nur in Stellenanzeigen dominiert oft das Sie. Noch. Denn für Unternehmen kann es durchaus von Vorteil sein, bei Stellenangeboten zu Duzen. Zwar gebe es keine goldene Regel, ob man Bewerber siezen oder duzen soll, sagt Unternehmensberater Sascha Theisen. Wenn es aber zur Unternehmenskultur passt, zeigt ein Du in der Stellenzeige, ob es in dem Betrieb eher locker oder formal zugeht. „Und jeder Bewerber weiß für sich, was er lieber mag und ob das Unternehmen dann zu seinen Vorstellungen passt“, sagt Theisen. Alle Tipps zum Du oder Sie in einer Stellenbeschreibung lesen Sie hier:

Bildnachweis (Vorschaubild): iStock.com/Alija

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