Nach der Immobilienkrise ist vor der Kreditkartenkrise. Goldman Sachs und Morgan Stanley waren mal Investmentbanken mit besonderen regulatorischen Rahmenbedingungen. Was die Investmentbanken vorgemacht haben, macht nun der erste Kreditkartenanbieter nach: Er wird eine Bank.

Auf diese Art und Weise verschafft sich nun auch American Express Zugang zu Kreditmitteln der US-Notenbank und zum 700 Mrd. $ Rettungspaket der USA.

Die Genehmigung zur Umwandlung in eine Vollbank  hat die Federal Reserve (Fed) bereits in dieser Woche erteilt – deutlich schneller als in der Vergangenheit. Die Krise beschleunigt scheinbar auch Verwaltungsprozesse. Ein Zusammenhang zwischen der mittlerweile durchgesickerten Nachricht, dass American Express einen Bedarf am Rettungspaket in Höhe von 3,5 Mrd. $ angemeldet hat, ist anzunehmen.

Der Bank geht es nach eigenen Aussagen um eine gute Position in der Finanzbranche, kann damit aber nicht über die nächste drohende Krise hinwegtäuschen, denn wer sein Haus nicht abbezahlen kann, der wird es auch nicht leicht haben, sein Kreditkartenkonto zu begleichen. Bei Standard & Poor´s geht man im schlimmsten Fall von einer Ausfallquote bei Krediten in Höhe von 9% aus. Bereits heute hat sich die Ausfallrate verdoppelt. Und obwohl sich das Angebot von American Express eher an eine gehobene Zielgruppe richtet, sollen die Richtlinien zur Kreditvergabe härter ausfallen.

Auch dieser negative Trend könnte nach Europa schwappen, denn mit der Rezession gehen auch Arbeitszeitreduzierung und der Verlust an Arbeitsplätzen einher und damit auch die Steigerung von Kreditausfällen.

Relativ verschont von Kreditausfällen bleiben indes die beiden Wettbewerber Eurocard und VISA, da diese beiden Anbieter von Kreditkarten nur die Abwicklung der Zahlungsvorgänge gegen Provision vornehmen. Das Kreditrisiko trägt die jeweils ausgebende Bank gegenüber dem Kunden.

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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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