Bildnachweis: Bundeskartellamt

Nach dem Volkswagen-Konzern hat es eine US-Kanzlei nun auf die deutschen Banken abgesehen. Mit der Kanzlei Hausfeld aus New York hat die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) einen ernst zu nehmenden Gegner. Jetzt wollen die Amis also schon wieder Milliarden von deutschen Banken eintreiben. So, oder so ähnlich wird man denken, wenn man die Schlagzeilen – allen voran die der BILD – studiert.

Das mit dem mächtigen Gegner halten wir nochmal kurz fest. Das mit den bösen Amis sollten wir überdenken. Denn bei dem wahrscheinlich mächtigen Gegner gegen ein mögliches Preiskartell bei den „Bezahlgebühren“ handelt es sich im Grunde nicht um eine Kanzlei aus Amerika. Es sind viel eher diejenigen, die davon überzeugt sind, dass sie jahrelang zu hohe Gebühren bezahlt haben, wenn deren Kunden mit einer Girocard bezahlt haben. Egal, ob es ein Tante-Emma-Laden war oder ein großes Kaufhaus – es waren immer 0,3 Prozent und acht Cent pro Transaktion fällig. Und es war egal, ob das Terminal von der kleinen Sparkasse um die Ecke oder von der Commerzbank aufgestellt wurde.

Das riecht nach Absprache, dachte sich auch das Bundeskartellamt, stellte das Verfahren jedoch vier Jahre später wieder ein, nachdem die DK sich 2015 mit einer Selbstverpflichtung zur Deckelung der Gebühren verpflichtete. Kommen die Schlagzeilen in der Presse der Kanzlei Hausfeld entgegen? Immerhin geht es um eine Sammelklage, da dürfte der ein oder andere Händler wachgerüttelt worden sein. Es soll ja schließlich um Milliarden gehen. Mit Christopher Rother, Managing Partner der Kanzlei in Berlin, hat es die DK wirklich mit einem Kartellexperten zu tun, war er doch vorher über 20 Jahre bei der Deutschen Bahn erfolgreich gegen Preiskartelle unterwegs.

Ein Dank geht an Jochen Siegert von Traxpay für den Lese-Tipp. Ihnen, liebe Leser, gebe ich diesen nun weiter. Wenn Sie tiefer in die Materie einsteigen und wissen wollen, welche Chance die Klage hat, welche Chance die DK hat, diese abzuwenden, und um welche Summen es wirklich geht, dann empfehle nun auch ich Ihnen den Bargeldlos-Blog.

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