th – „Bürokratie belastet die Wirtschaft“ ist für mich die Schlagzeile der vorletzten Woche.

§ Lesen durfte ich diese Schlagzeile in der Welt Kompakt Ausgabe Nr. 207 im ICE von Frankfurt nach Köln. Aber ich will sie, jetzt wo wir endlich wissen, dass die Bürokratie uns belastet, nicht auch noch zusätzlich mit meinen Bahngeschichten belasten!

§ Jetzt wissen also die Leser diverser Tageszeitungen, dass die Wirtschaft ca. 35 – 40 Milliarden Euro (schon alleine von den 5 Milliarden Schätzfehler könnte man gut leben) für die belastende Bürokratie ausgibt.

§ Für die meisten Leser dürfte dies indes keine neue Erkenntnis sein und so war ich neugierig, wer denn im 21. Jahrhundert einen Redakteur der Welt zu so einem Artikel animieren kann.

Es ist: Der Bund

§ Denn dieser hat zum ersten Mal eine Bürokratiekostenmessung durchgeführt. Jetzt ist also amtlich, was 80 Millionen Bundesbürger abzüglich aller Politiker schon immer wussten:

Zu viel Bürokratie in Deutschland!

§ Am kostenträchtigsten sind übrigens die Anforderungen des Herrn Finanzminister. Und auch dies dürfte für keinen Leser (und für die Leser aus unserer Branche schon gar nicht) eine wirkliche Neuigkeit gewesen sein, wissen wir doch schon lange, dass sich ca. 70 Prozent der weltweiten Steuerliteratur mit dem deutschen Steuerrecht beschäftigt.

§ Wenn man weiter messen würde, stellt man bestimmt auch fest, dass die Bankbranche an dem Kostenkuchen ganz gewaltig zu knabbern hat. MiFID und Abgeltungssteuer helfen kräftig, an der Bürokratiekostenschraube zu drehen. Neue Freistellungsregelungen, Basel II und Co. führten in der Vergangenheit mehrfach zu verordneten Bürokratiekosten.

§ Schon im vergangenen Jahr  hat der Zentrale Kreditausschuss durch das Institut der deutschen Wirtschaft ermitteln lassen, dass die Branche mit über 3 Milliarden Bürokratiekosten belastet wird. Stimmen die Zahlen aus Köln und Berlin, dann sind das am unteren Ende fast 10% der bundesweiten Kosten!

§ Bis 2011 soll nun ein Viertel dieser Kosten abgebaut werden. Fragt sich der mündige Bürger natürlich, wie das funktionieren soll, in einer Welt, in der ein Gesetz dadurch abgeschafft wird, indem zwei neue entstehen.

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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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