Der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Klaus-Peter Müller, hat deutliche Kritik an den Ratingagenturen geübt. "Die Ratingagenturen haben ihre Unschuld verloren, ihnen sind gravierende Fehler unterlaufen", sagte Müller dem Handelsblatt". Die Agenturen müssten jetzt alles tun, das verloren gegangene Vertrauen zurückzugewinnen. Müller fordert "qualitative Anpassungen" der Rating-Verfahren und mehr Transparenz. Die von der IOSCO, dem Zusammenschluss der Finanzaufsichtsbehörden, vorgeschlagenen Änderungen des Selbstverpflichtungskodex“ für Ratingagenturen müssten jetzt in der Praxis umgesetzt werden. Müller schließe sich dem unter anderem von Aufsehern in Frankreich und Deutschland vorgebrachten Vorschlag an, die Einhaltung des Kodex“ regelmäßig von einer unabhängigen Institution überprüfen zu lassen. Die internationale Finanzkrise ist nach Einschätzung Müllers noch nicht vorüber. Es sei zu früh, jetzt schon Entwarnung zu geben. "Auch wenn es erste Signale gibt, dass sich die Märkte normalisieren. Die Talfahrt des US-Immobilienmarktes, dem Ausgangspunkt der Krise, ist noch nicht gestoppt", sagte Müller. Europa werde die Krise nach Ansicht der Banken-Präsidenten besser überstehen als die USA. "Eine Rezession in Europa befürchten wir nicht", sagte er. Für die US-Wirtschaft sehe dies aber anders aus. Trotz der kräftigen geldpolitischen Impulse und der Steuerschecks in Höhe von 170 Mrd. USD sei die Gefahr einer Rezession noch nicht überwunden.

Quelle: http://www.risiko-manager.com

 

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Dr. Stefan Hirschmann ist Gesamtleitung Kommunikation und Redaktion bei der Bank-Verlag GmbH.

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