Wie viel Rettung kann sich die Eurozone erlauben? Wie lässt sich die Rettung der Nachbarn mit deutschen Steuergeldern den Bürgern erklären? Fragen auf die es derzeit recht kontroverse Antworten gibt.

Die ersten Rufe nach einer Rückkehr zur D-Mark werden wieder laut. Wählerstimmen sind schnell generiert, wenn man sich auf den Standpunkt stellt, dass wir ja wohl kaum mit unseren hart verdienten Deutschland-Euros Länder wie Griechenland und Irland unterstützen können. Deutschland wird zunehmend zum Förderinstitut der restlichen Eurostaaten. Und wer kann die Eurozone besser unterstützen als Deutschland. Dort boomen die Konzerne wir nirgends anders im Euroland. Wahrscheinlich werden Deutschlands Unternehmen mit Nettogewinnen über 40% den ersten Platz erreichen. Im Gegensatz zu Griechenland mit einem Minus von 40%.

Euro-Kritiker vergessen dabei gerne, dass wir ein Exportland sind und es hoffentlich auch noch ein paar Tage bleiben. Auch wenn große Länder wie die USA und China zum Kundenkreis unserer Industrie gehören, so darf nicht vergessen werden, dass ganze 60 Prozent unseres Exports in die Europäische Union gehen. Zwar wächst China munter vor sich hin und es ist abzusehen, dass die Exporte auch nach China wachsen werden, aber per heute macht der Export in diese Region nur 4,5 Prozent aus.

Was passiert, wenn Deutschland sich weigern würde Irland zu unterstützen, liegt auf der Hand. Deutsche Unternehmen wären die Leidtragenden! Die Iren wüssten schnell andere Quellen für ihre Einkäufe nach Industriegütern zu nutzen. Vor diesem Szenario sind Äußerungen von Bundesbankpräsident Axel Weber über eine mögliche Aufstockung des Rettungsschirms zu verstehen. Bis zu 145 Milliarden Euro könnten zusätzlich notwendig werden, so Weber.

Rettet Deutschland mit der Hilfe anderer Staaten seinen Aufschwung ins nächste Jahr? Wie viel Rettung können wir uns leisten? Was wenn nach den Iren auch noch Portugal oder gar Spanien unter den Schirm wollen?

© Foto by Chris Bernard – www.istockphoto.com
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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen.

Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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