Von Stefan Hirschmann – Der internationale Markt für Lösungen im Bereich Betrugsbekämpfung, Anti-Geldwäsche und -Terrorismusfinanzierung ist weiter in Bewegung.

Mit Hilfe moderner IT und Datenbanken lassen sich relevante Informationen besser erfassen und auf spezielle Indikatoren auswerten. Hier hat die Finanzwirtschaft in den vergangenen Jahren ganz erhebliche Fortschritte gemacht. An der Bekämpfung des internationalen organisierten Verbrechens und Terrorismus sind insbesondere die Kreditinstitute wesentlich beteiligt. Um ihren Beitrag zu leisten, müssen Banken und Sparkassen wachsam sein und die nationalen Strafverfolgungsbehörden so früh wie möglich informieren, wenn es zu Auffälligkeiten im Geldverkehr kommt. An dieser Stelle kommen Datenbankanbieter wie WorldCompliance oder World-Check ins Spiel, die Informationen über Personen und Unternehmen bereit stellen, die in bestimmte Risikogruppen fallen. World-Check hält eine globale Datenbank für mehr als 3.000 Institutionen in 162 Ländern vor, einschließlich für 47 der 50 größten Banken weltweit. In der Datensammlung finden sich bekannte Geldwäscher, Terroristen, Drogenhändler, betrügerische Banken oder sanktionierte Personen. Die Informationen werden auch direkt in den Prozessen für die PEP-Risikoüberprüfung angewendet. Politisch exponierte Personen, so genannte PEPs, gelten als besonders risikoreiche Kunden von Finanzinstituten. Dazu gehören Personen, die wichtige öffentliche Ämter bekleiden wie z.B. Regierungsmitglieder, Staatschefs, Abgeordnete und hochrangige religiöse Würdenträger sowie deren enge Familienangehörige. Der Grund für die strengeren Kontrollen: Werden Fälle von Geldwäsche oder anderen wirtschaftkriminellen Handlungen aus diesem Kundenkreis bekannt, kann das Image der Banken starken Schaden nehmen. „Moderne Software hilft den Instituten, die Gruppe der PEPs zu erkennen und den gestiegenen Sorgfaltspflichten Rechnung zu tragen“, weiß Thomas Wild, Vorstand der Cellent Finance Solutions AG. Die internationale Terrorismusbekämpfung sei heute nicht mehr nur Sache der nationalen Regierungen, Sicherheitsbehörden oder Militärs. Finanzdienstleistern komme jetzt die Aufgabe zu, durch geeignete Überwachungssysteme die Versorgung terroristischer Organisationen mit finanziellen Mitteln zu stoppen.

Anbieter wie World-Check und WorldCompliance bauen deshalb ihr Informationsangebot permanent weiter aus. WorldCompliance aus Miami hat den Informationspool in den vergangenen drei Jahren beinahe verdoppelt und die Dienstleistungen konsequent ausgebaut. Doch auch die Konkurrenz ist nicht untätig geblieben. So hat World-Check jüngst die Firma IntegraScreen, einen führenden internationalen Anbieter von Due Diligence-Services für Unternehmen und Behörden, übernommen. Dadurch sollen sog. IEDD-Berichte (International Enhanced Due Diligence) in das Portfolio eingefügt werden, die einen durchgehenden Risikomanagement-Service mit KYC (Know Your Customer) und KYE (Know Your Employee) für die Identitätsauthentifizierung, Leumundüberprüfung, Risikoeinschätzung eines Landes und umfassende Due Diligence-Berichte für die eingehende Analyse und Überwachung in zahlreichen Branchen ermöglichen. IEDD-Berichte sind für die Marktanforderungen, KYC und die Überprüfung von Geschäftspartnern ausgelegt, und erfüllen die Anforderungen an AML (Anti Money Laundering), Anti-Korruption und CFT (Counter Financing of Terrorism), die beispielsweise unter dem Foreign Corrupt Practices Act (FCPA), Sarbanes-Oxley Act (SOX) und dem Patriot Act der USA vorgeschrieben sind. Due Diligence-Berichte sind z.B. vor einer Firmenfusion, einer Akquisition oder IPO-Recherche oder vor Eingang eines internationalen Gemeinschaftsunternehmens wesentlich. Zudem kommen sie zum Einsatz, bevor ein wichtiger Geschäftspartner an einem neuen Markt beteiligt wird oder wenn die Überprüfung von internationalen Hedge-Fonds und die Implementierung bewährter Verfahren für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und die Unternehmensführung ansteht. „Mit der Akquisition von IntegraScreen können wir im Grunde genommen alle Aspekte des Risikomanagements im Bereich Wirtschaftskriminalität abdecken“, sagt Daniel Peak, CEO von World-Check.

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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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