Autor: Gunter Dueck

Euro: 24,99

324 Seiten, gebunden

ISBN: 978-3-59350-217-5

Campus Verlag

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„Schwarmdumm“, so das neue Buch von Gunter Dueck. „So blöd sind wir nur gemeinsam“ der Untertitel. Da ich vorher noch nie etwas von Dueck gehört habe, war ich skeptisch. Der Titel hört sich an wie „Alle dumm außer ich“ bzw. „Die Masse ist blöd“. Als ich im Klappentext las, dass Dueck ein ehemaliger Mathematikprofessor ist, dachte ich mir: „Toll, wieder ein Akademiker, der aus seinem Elfenbeinturm heraus schreibt. Und dann noch Mathematiker! Das sind doch die Leute, die in einem unverständlichen Kauderwelsch reden und drei Dimensionen erfinden, um eine einfache Gleichung zu lösen.“ Schon nach den ersten Seiten war mir eines klar: Ich muss dringend mein Schubladendenken überarbeiten.

Gut zu lesen

Es macht einfach nur Spaß, das vorliegende Buch zu lesen. Dueck erklärt die Thematik nicht in trockenen und langweiligen Phrasen, sondern benutzt Metaphern und würzt sie mit eigenen Erfahrungen. Dueck hat auch die wohltuende Angewohnheit, nicht erst um den heißen Brei herumzureden. Der Leser erfährt sofort, worum es Dueck in seinem Werk geht.

Book Smarts vs. Street Smarts

Gunter Dueck unterscheidet zwischen Book Smarts und Street Smarts. Erstere werden umgangssprachlich als intelligent und Bücherwürmer beschrieben. Dueck, der sich selber als ein Book Smart bezeichnet, spricht dieser Gruppe zu, langfristig zu denken und sich nicht vom kurzen, aber schnellen Erfolg leiten zu lassen. Genau das aber streben die Street Smarts an. Leider, so Dueck weiter, sind die meisten Menschen im Unternehmen dem Typus des Street Smarts zuzurechnen. Sie mögen zwar durch allerlei (legale) Tricks ihre Ziele für das Quartals erreichen, aber leider handeln sie in den meisten Fällen unternehmensschädlich.
Ähnliches Verhalten findet sich bei der Mitarbeiterführung. Indem die Street Smarts die Abteilungsleiterposten besetzen, achten sie penibel auf die Erfüllung der vorgegebenen Quartalsziele. Dass diese nicht mehr unter normalen Umständen erreicht werden kann, lässt sie kalt. Da alles immer wachsen soll, nimmt man die Zahlen des letzten Quartals, die schon durch allerlei Trickserei erfüllt werden konnten, und nimmt eine x-beliebige Steigerung an. Das alles ist dann das Ziel für das nächste Quartal.
Dueck ist hier nur ein kleiner Denkfehler vorzuwerfen. Seinen Ausführungen nach gibt es keine fließenden Grenzen zwischen den Book und Street Smarts. Warum sollen aber Book Smarts nicht auch einmal auf kurzfristige Gewinne aus sein? Schließlich handeln sie auch nicht imme rational. Was ist, wenn einer auf den Boni schielt, weil er so schnell wie möglich sein Ferienhaus an der Côte d’Azur kaufen will. Dueck gibt auf diese drängenden Fragen leider keine Antwort.
Dennoch ist dieses Buch uneingeschränkt empfehlenswert und hoffentlich beherzigt so mancher Manager die Ratschläge Duecks. Dann hat es auf jeden Fall seinen Sinn erfüllt.

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Julian Achleitner war von 2014 bis 2016 Redakteur bei BANKINGNEWS.

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