Social Banking, ein neues Geschäftsmodell unserer Branche sucht nach Definition und Abgrenzung.

Selten hat es eine Zeit gegeben in der unsere Branche so sehr nach Anerkennung gebuhlt hat wie heute. Im Ergebnis erleben Banken deren Geschäftsmodelle nicht nur nach sozial, transparent und ethisch korrekt klingen sondern es auch sind eine nie dagewesene Renaissance. Dass dabei wie so oft im Leben nicht alles Gold ist, was nach Gold aussieht haben wir gerade mit der Schließung der Bank erlebt, die das Thema „Transparenz“ in den Vordergrund gestellt hat. Die Noa Bank hat es mit dieser Aussage geschafft in sehr kurzer Zeit 300 Millionen Kundeneinlagen einzusammeln. Das Transparenz-Postulat war wie ein ausgetrockneter Schwamm, der die Gelder vom Markt förmlich aufgesaugt hat.

Auch für die Fidor Bank AG konnte der Startzeitpunkt kaum besser gewählt sein. Die Web 2.0 Bank aus München steht über das Web im direkten Kontakt mit Kunden, die neue Produkte vorschlagen, Überweisungen mit eigenem Design via Twitter verschicken und sich im Web öffentlich zu Finanzprodukten auslassen.

Wenn Fidor und Noa das gleiche Geschäftsmodell hätten, dann kann die Bemühung der Münchener nach Abgrenzung spätestens mit der Schließung der Noa Bank verstanden werden. Aber hatten sie das gleiche Geschäftsmodell?

Welche Abgrenzung gibt es zu Banken, wie der GLS Bank in Bochum oder der Ethik Bank? Ist Social Banking gleichzusetzen mit Sozial Banking? Mit sozialer Verantwortung? Gibt es überhaupt Sozial Banking und wie müsste es aussehen? Eine Diskussion, die wir mit BANKINGCLUB und den BANKINGNEWS gerne in der nächsten Zeit begleiten möchten, braucht unsere Branche doch längst ein neues Verständnis und einen anderen Umgang mit Kunde und Gesellschaft.

Machen wir uns aber nichts vor. Im Kern ist das Geschäftsmodell einer Bank ziemlich simpel. Banken verleihen Geld an Kunden, die damit eine Investition vorziehen möchten, dazu nutzen Sie Gelder von anderen Kunden, die dieses gegen Zinsen nicht unter dem Kopfkissen liegen lassen wollen. Die Differenz und der zeitliche Versatz ist für jede Bank der Ertrag. Ein tradiertes, bewährtes und erfolgreiches Geschäftsmodell.

© Foto by Jacob Wackerhausen – www.istockphoto.com
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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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