Kennen Sie die Situation? Sie sind auf einer sommerlichen Grillparty und beim Small-Talk mit den anderen Teilnehmern fรคllt schnell die Frage nach dem Beruf. Wenn Sie sagen, dass Sie in einer Bank arbeiten, kommt hรคufig ein hรถhnischer Kommentar รผber Geld oder Zinsen. Dieses schlechte Image fรผhrt dazu, dass sich immer weniger junge Leute fรผr eine Karriere in einer Bank interessieren.
Stรคrkung der Marke in sozialen Netzwerken
Wie bereits in der letzten Ausgabe dieser Kolumne beschrieben, eignen sich soziale Netzwerke sehr gut fรผr den Aufbau eines positiven Images. Aus Sicht der Personalabteilungen ist es jedoch interessant, nicht nur das Prestige, sondern insbesondere die รถffentliche sowie die interne Wahrnehmung der Bank als guter Arbeitgeber positiv zu beeinflussen. Dieses Employer Branding ist fรผr eine gezielte Positionierung der Marke unerlรคsslich.
Der Arbeitsmarkt fรผr sogenannte Young Professionals und berufserfahrene Spezialisten hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Gut qualifizierte Bewerber wissen, dass sie sich ihren Arbeitgeber aussuchen kรถnnen und entscheiden sich fรผr den mit dem besten Ruf. Sie mรผssen allerdings nicht so weit gehen wie Google, das seinen guten Ruf bei Bewerbern mit einem kostenlosen Wellnessbereich und ausgiebigen Fitnessangebot jedes Jahr erfolgreich verteidigt.ย Jedoch sollten Sie die Chance nutzen und Ihre Mitarbeiter und mรถgliche Kandidaten von der Attraktivitรคt Ihrer Bank รผberzeugen!
Im Idealfall schaffen Sie es mit ihren Unternehmenswerten und Ihrer individuellen Unternehmenskultur ein Alleinstellungsmerkmal aufzubauen, um qualifizierte Bewerber zu gewinnen sowie gute Mitarbeiter langfristig zu binden. Im Social Web kรถnnen Sie einen authentischen und wirkungsvollen Einblick in den Arbeitsalltag Ihrer Bank ermรถglichen und Ihre zufriedensten Mitarbeiter รผber besondere Annehmlichkeiten oder freiwillige Zusatzleistungen sprechen lassen. Das kommt an.
Herausforderung Stellenbesetzung
Ein Arbeitskollege erzรคhlte mir mal voller Stolz, dass es damals fรผr seine Ausbildungsstelle zum Bankkaufmann bei einer Volksbank รผber zweihundert Bewerber auf sechs Stellen gab. Heute mรผssen sich Personaler, insbesondere auรerhalb der attraktiven Metropolen, viel mehr ins Zeug legen, um รผberhaupt genรผgend qualifizierte Bewerbungen zu erhalten. Dies gilt besonders fรผr stark spezialisierte Fachkrรคfte. Eine Zeitungsannonce in der regionalen Zeitung reicht unter diesen Umstรคnden nicht mehr aus. Personalabteilungen mรผssen strategisches Employer-Branding betrieben, um neue Mitarbeiter zu werben und alte zu halten. Dies kann abhรคngig von der Zielgruppe in verschiedenen sozialen Netzwerken stattfinden.
Deutsche Bank auf Facebook
Die Deutsche Bank spricht mir ihrer Facebook-Seite โDeutsche Bank Karriereโ hauptsรคchlich Schรผler und Studenten an. Die Inhalte sind vielseitig und berichten beispielsweise von Karriereveranstaltungen, der Einfรผhrungswoche der Azubis und aktuellen Stellen- beziehungsweise Ausbildungsangeboten. Besonders positiv fรคllt auf, dass die Deutsche Bank den schwierigen Spagat zwischen professioneller Distanz und emotionaler, persรถnlicher Darstellung gut meistert. Die Videos, Interviews und Fotoalben sind qualitativ hochwertig, transportieren die auf Sicht der Personalabteilungen wรผnschenswerten Informationen und lassen die Deutsche Bank in einem positiven Licht erscheinen.
Das Unternehmensprofil der Commerzbank auf XING
Die Commerzbank nutzt XING hauptsรคchlich zur Kommunikation offener Stellen. Sie stellt den รผber 17.000 Abonnenten des Unternehmensprofils jedoch auch andere Informationen zur Verfรผgung. Ab und zu werden auch Interviews mit Mitarbeitern oder Informationen รผber die Commerzbank als Arbeitgeber kommuniziert, etwa รผber Kinderbetreuung in der Bank. Besonders gelungen ist die Kategorieย โBewertungenโ, in der potenzielle Bewerber die Mitarbeitervorteile wie flexible Arbeitszeiten, Kantine oder Gesundheitsmaรnahmen und die anonymen Bewertungen von Mitarbeitern finden.
Der Azubiblog der Sparda-Bank Sรผdwest
Der Azubiblog der Sparda-Bank ist von Azubis fรผr potenzielle Azubis geschrieben und zeichnet sich durch seine direkte zielgruppengerechte Ansprache und die vielfรคltigen Inhalte aus. Es gibt Interviews mit neuen Azubis, Bewerbungstipps, Infos rund um den Azubi-Alltag und die Mรถglichkeit, einen anonymen Test zu absolvieren, ob der Beruf Bankkauffrau bzw. Bankkaufmann zu dem Nutzer passt. Besonders wirkungsvoll fรผr den Beziehungsaufbau zu den Lesern beziehungsweise die Identifikation mit den Autoren ist die jugendlichen Sprache des Blogs, die Bilder des Redaktionsteams sowie die persรถnlichen Informationen zu den Autoren der Beitrรคge.
Fazit
Social Media eignet sich hervorragend fรผr die effektive Umseztung von verschiedenen Personalthemen. In sozialen Netzwerken hat die Bank die Mรถglichkeit, sich authentisch und emotional zu prรคsentieren, sich mit potenziellen Bewerbern auszutauschen oder spannende Einblicke in den Arbeitsalltag zu gewรคhren. Mitarbeiter spielen bei dieser strategischen Positionierung eine groรe Rolle. Auf der einen Seite sind sie Akteure, die glaubwรผrdig รผber ihren Arbeitgeber sprechen, auf der anderen Seite sollten sie selbst von der Arbeitgebermarke รผberzeugt sein. Sie sind somit gleichzeitig Multiplikatoren und Zielgruppe. Mit Employer-Branding in sozialen Netzwerken kรถnnen Sie mit relativ wenig Aufwand eine neue Wahrnehmung der Arbeitgebermarke erzielen. Damit erhรถhen Sie nicht nur die Attraktivitรคt Ihrer Bank fรผr Bewerber und Mitarbeiter, sondern zahlen auch auf das Image der Bankenbranche ein!
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Alena Kotter ist Kommunikationswissenschaftlerin und hat sich auf digitale Kommunikationsstrategien spezialisiert. Aktuell verantwortet sie in einer Sparkasse die Themen Social Media, Online-Kommunikation sowie E-Mail-Marketing strategisch und operativ. Alena Kotter hรคlt Vortrรคge, schreibt Gastartikel und bloggt auf www.vividbanking.com zu ihren Fachthemen.

