So präsentiert sich den Nutzern der Startbildschirm der OSPA-Quiz-App. Mitarbeiter können über diese Plattform ihr Wissen über den Arbeitgeber spielerisch erweitern. Bildnachweis: insinno GmbH.

Erinnern Sie sich noch an die überaus beliebte App „Quizduell“ aus dem Hause der schwedischen Entwicklergruppe FEO Media AB? Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie diese Frage mit einem Ja beantworten, ist statistisch gesehen sehr hoch. Schließlich sollen die deutschsprachige Version des Spiels über 29 Millionen Spieler aus den App-Stores heruntergeladen haben. Deutschland, ein Rate-Land. Diese Tatsache könnte man sich auch zum Vorteil machen, dachte sich wohl die OstseeSparkasse Rostock (OSPA). In einer Zeit, in der sich Prozesse und Abläufe so schnell verändern, dass das auf Fortbildungen basierende Informationsmaterial bereits nach dem Ausdruck wieder veraltet ist, wählt man für interne Weiterbildungsmaßnahmen den Ansatz „Gamification“. Zusammen mit dem Softwarehaus insinno brachte man die Smartphone-App „OSPA-Quiz“ auf die Mobiltelefone der Mitarbeiter für eine spielend leichte Informationsvermittlung – ein voller Erfolg, wie sich nun herausstellt.

Neue Konzepte braucht das Land

Es ist dabei keine neue Erkenntnis, dass in vielen Branchen das gesamte Geschäftsmodell von den Angestellten nur unzureichend durchdrungen wird. Die OSPA-Quiz-App stellt sich diesem Trend entgegen und gibt seinen Usern Fragen zu Arbeitsabläufen in der Bank, neuen Produkten oder geänderten Regulierungen auf. Auf diese Weise können sich die über 700 Mitarbeiter in den 40 Niederlassungen filialübergreifend miteinander messen. Nach eigener Aussage ist die OSPA mit ihrer Quiz-App ein Vorreiter: „Eine Woche nach der offiziellen Vorstellung hatten bereits mehr als 200 Mitarbeiter über 1.000 Mal gegeneinander gespielt haben“, verkündete Frank Habermann, Leiter Medialer Vertrieb, nicht ohne Stolz gegenüber der Presse. Dabei werde das Angebot nicht nur problemlos angenommen, sondern die Spieler schlagen ebenfalls neue Fragen vor, sodass das gesamte Konzept  durchaus dialogische Charakteristika besitzt.

Lernen ist keine Arbeit mehr

Geradezu als digitalen Clou könnte man die Quiz-App bezeichnen. Wer kennt sie nicht: die Bilder von hunderten von Menschen an Bahnsteigen oder Bushaltestellen, die konzentriert mit ihrem Smartphone beschäftigt sind. Die Mitarbeiter der OSPA betreiben auf diesem Wege ihre eigene Weiterbildung nicht nur Zuhause, sondern auch bereits auf dem Weg zur Arbeit. Lernen wird folglich nicht mehr als kognitive Arbeit im herkömmlichen Sinne verstanden, sodass die Bereitschaft, sich mit den Themen des Arbeitgebers zu beschäftigen, viel größer ist. Zudem bietet die Quiz-App nicht nur den spielenden Charakter und den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, wie Habermann erklärt: „Über die Push-Funktion und die Mediathek der App können wir den Mitarbeitern auf direktem Wege Neuigkeiten aus den Filialen und den Abteilungen in Form von Videos bereitstellen – viel schneller und direkter als über die althergebrachten Kanäle.“

1 KOMMENTAR

  1. Mit seinem Artikel greift der Autor nicht nur neueste digitale Trends auf, sondern bezieht sich indirekt auf zwei erziehungswissenschaftliche Phänomene. Treffend charakterisiert er das hohe Obsolszenztempo von Wissensinhalten und beschreibt dabei die Dichotomie der Digitalisierung – schnelles Aufkommen und gleichzeitiges Verschwinden von Wissen. Wesentliche Kennzeichnung erfährt sein Artikel durch die implizite Definition von informellem Lernen, das – so der Autor immer weniger als kognitive Arbeit im herkömmlichen Sinne verstanden wird. Freilich, so könnte man streiten – fällt dieses Lernen en Passant wirklich noch unter den Lernbegriff, der nach klassischer Lesart eine intendierte Lernanstrengung voraussetzt, oder beschreibt der Autor hier eher eine Prägung? Doch diese Diskussion ist akademisch und wie man dem Artikel ganz richtig entnehmen darf, wird Weiterbildung nicht mehr nur formal und an Institutionen stattfinden, sondern auch und in zunehmender Art und Weise, am Bahnsteig

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