Steven Mnuchin

Er wolle „den Wall-Street-Sumpf trockenlegen“, das versprach Donald Trump  vor seinem Wahlsieg im November. Nun hat er ausgerechnet den ehemaligen Goldman-Sachs-Banker Steven Mnuchin zum neuen US- Finanzminister ernannt, und wie zu erwarten, stieß diese Entscheidung in der amerikanischen Öffentlichkeit auf heftige Kritik. Als Chef und Miteigentümer von OneWest war er verantwortlich für Zwangsvollstreckungen bei Eigenheimbesitzern, was ihm den Vorwurf einbrachte, vom Zusammenbruch des US-Häusermarktes im Jahr 2008 profitiert zu haben. Auch seine Pläne, die schärferen Gesetze für riskante Bankgeschäfte auszuhebeln, streuen neues Salz in unverheilte Wunden aus der Finanzkrise. Mnuchin selbst hat beim Zocken bereits ein glückliches Händchen bewiesen – dafür, dass er Trumps Wahlkampf schon sehr früh unterstützt hat, wird er jetzt belohnt. Denn eine prestigeträchtigere Aufgabe als die Umsetzung der groß angekündigten Steuerreform kann sich jemand ohne nennenswerte politische Erfahrung wie Mnuchin kaum wünschen. Mit umfangreichen Steuersenkungen und dem Schließen von Schlupflöchern für Unternehmen will man die größte Steuerreform seit Ronald Raegan auf die Beine stellen. Dank dem Sieg der Republikaner in beiden Kammern des Kongresses stehen die Chancen jedenfalls gut, die Reform noch im Jahr 2017 ohne größere Kompromisse umsetzen zu können.

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