Die Kompetenz zur Veränderung ist in vielen Banken methodisch sehr weit verstreut.

Das entscheidende Werkzeug, um Unternehmen zu verändern, heißt Prozessmanagement. Wer morgen etwas anders machen möchte als heute, der muss im Geschäftskontext wissen, wie die unternehmensinternen Abläufe heute organisiert sind. Das macht einheitliche Vorgaben hinsichtlich der zu dokumentierenden Abläufe und ihrer Darstellung erforderlich.

Projekte verändern die Bank

Viele Banken haben dafür aber noch keine Verantwortlichkeiten festgelegt. Das methodische Wissen ist im Unternehmen verstreut. Nur 57 Prozent der Institute haben sich Stand heute entschieden, das Prozessmanagement in die Organisationsabteilung zu verlagern – und damit zu einer logischen Zentralstelle, die ohnehin alle Fäden in der Hand hält, wenn es um die Dokumentation der Abläufe und deren Organisation geht. Deutlich weniger als die Hälfte ist bereits so weit, auch Projekte durch eine methodensichere Zentralabteilung unterstützen zu lassen, vom Multiprojektmanagement ganz zu schweigen. Dabei lässt sich sagen: In Projekten wird die Veränderung Wirklichkeit.

Beispielsweise bieten immer mehr Banken einen digitalen Kontowechselservice an. Die PSD Bank Berlin Brandenburg hat dafür mit einem Fintech kooperiert. Gut bedient ist, wer sein Prozessmodell fest im Griff hat, um notwendige Schnittstellen zügig zu definieren – und gegenüber der Aufsicht jederzeit auskunftsfähig zu sein. Ein BPM-Werkzeug, das die Geschäftsprozesse grafisch darstellt, hilft. Doch noch besser sind gut ausgebildete Organisationsabteilungen, die als Prozessprofis die methodischen Grundlagen liefern und die Fachbereiche von diesem Aufwand freihalten. Die Bankorganisation entwickelt sich damit zu einem Schlüsselbaustein für erfolgreiche Veränderung.

Mit Komplexität umgehen

Dass die Veränderung kommt, ist indessen klar. Allerdings entsteht zunehmend eine komplexe Welt, die sich von einer nur komplizierten vor allem darin unterscheidet, dass sie sich schwieriger planen und verwalten lässt. Schon 2010 hat IBM das in einer Studie unter mehr als 1.500 CEOs als die bestimmende Herausforderung für die Zukunft benannt. Kreativität gilt daher als wichtigste Führungsqualität, um sich diesem Trend zu stellen. Denn Kreativität fördert Ideenreichtum und regt zum Experimentieren an. Hier schließt sich der Kreis: Denn Kreativität und Ideenreichtum lassen sich schnell ersticken. Das geschieht, wenn Mitarbeiter lange nach Informationen suchen müssen, unklare Zusammenhänge erschließen und im schlimmsten Fall gegen eine administrative Wand laufen. Auch hier schlägt die Stunde der Bankorganisation – als Backup, der anderen den Rücken freihält.

 

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