„Allerdings, wenn die Republik erhält damit einverstanden, dass die vorgeschlagenen Änderungen, die in mindestens 90% des kumulierten Nennwert aller Anleihen ausgewählt, um in PSI teilnehmen (einschließlich Schuldverschreibungen zum Umtausch eingereicht) auf den Bedingungen von der Republik vorgeschlagen ausgetauscht führen würde, die Republik beabsichtigt, vorbehaltlich aller anderen Bedingungen erfüllt sind und in Absprache mit seinen Gläubigern offiziellen Sektor, um die vorgeschlagenen Änderungen wirksam zu erklären und den Austausch aller Anleihen ausgewählt, um in PSI, die von den vorgeschlagenen Änderungen gebunden werden würde teilnehmen zu vervollständigen.“

Es geht doch nichts über einen gepflegten Schachtelsatz. Am Freitag Abend hat Griechenland die Bedingungen für den geplanten freiwilligen Anleihenumtausch veröffenticht. Der obige Satz ist einer von vielen nahezu undurchschaubaren Schachtelsätzen in diesem Dokument, hier wiedergegeben in unkorrigierter Google-Translate Version. Die Analystenschar stürzte sich auf das 10-seitige Papier und wollte folgende Fragen beantwortet haben:

  1. Ab welcher Annahmequote erfolgt der Umtausch ohne Aktivierung der Collective Action Clauses (CACs), also ohne, dass die Verweigerer (Holdouts) zum Umtausch gezwungen werden?
  2. Ab welcher Annahmequote wird der Umtausch unter Aktivierung der CACs durchgeführt?
  3. Unterhalb welcher Annahmequote gilt das gesamte Umtauschprojekt als gescheitert?

Mit einiger Sicherheit lässt sich sagen: Wenn bis zum 9. März 2012 weniger als 75% der Gläubiger das Umtauschangebot annehmen, wird dies zurückgezogen, der Tausch gilt als gescheitert und das gesamte Rettungspaket II steht auf der Kippe. Es bliebe dann noch gut eine Woche Zeit, innerhalb der die offiziellen Gläubiger (also die EWU-Staaten und der IWF) eine Alternativlösung ausarbeiten könnten. Das Dokument führt einen Korridor zwischen 75% und 90% Annahmequote und einen Bereich oberhalb von 90% an. Normal hätte man gedacht: Oberhalb von 90% wird der Anleihenumtausch ohne Aktivierung der CACs durchgeführt. Zwischen 75% und 90% Annahmequote wird die Teilnahmequote durch Aktivierung der CACs zwangsweise auf 100% angehoben. Aber so einfach ist das offensichtlich nicht. Bei mehr als 90% wird konsultiert. Bei mehr als 75% aber weniger als 90% wird auch konsultiert. Und ich würde mich nicht wundern, wenn am Ende auch bei weniger als 75% Annahmequote konsultiert werden würde. In der Zwischenzeit gibt es weitere Dokumente, darunter ein 167-Seiter(!), welcher den Umtausch zwar detaillierter, auf den ersten Blick jedoch nicht verständlicher definiert.

Mit Blick auf den Kleinsparer und Hobbyzocker scheint zumindest eines klar: Eine Ausnahmeregelung wird es nicht geben, jemand, der 5.000 Euro long Greece ist, wird genau so behandelt wie jemand, der fünf Milliarden Euro Forderungen besitzt. In den kommenden Tagen sollte den Kleingläubigern Post ihrer Depotverwahrstelle auf den Tisch flattern. Wir bleiben für Sie am Ball – We stay on the ball… So, wir haben jetzt ein Anleihenumtauschangebot Griechenlands, das erst einmal von namhaften Anwaltskanzleien durchgearbeitet werden muss, und wir nehmen vom Wochenende ein Treffen der G20 Finanzminister mit, welches in den wesentlichen Punkten ohne zählbares Ergebnis zu Ende ging.

Nächstes Highlight ist das Anleihenumtauschprogramm der EZB: Morgen dürfen die Geschäftsbanken in der Eurozone bei der Zentralbank wieder Schuldpapiere gegen 3-Jahres-Liquidität tauschen. Die Ergebnisse dieses Tenders werden am Mittwoch verkündet und dürften ab dann ein wesentlicher Treiber für das Marktgeschehen sein. Allerdings, wenn Sie erhält damit einverstanden, dazu morgen mehr…

Foto von Ufuk ZIVANA – www.istockphoto.de

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