Eine kleine Auswahl an Ungerechtigkeiten

Wenn man in Deutschland eine Diskussion im Keim ersticken will reicht ein einziges kleines Wort: UNGERECHT! Auch wenn der gesunde Menschenverstand auf ein gegenteiliges Ergebnis kommen müsste.

Jetzt kommt sie also doch, die Rente mit 67. Und sie kommt mit einem Paukenschlag völlig unerwartet und wird mit der Brechstange umgesetzt. Ganze 17 Jahre dauert die schrittweise Umstellung. Völlig ungerecht trompeten vor allem die Mitglieder der Partei „Die Linken“. Ganz vorne all die, die nach nur 8 Jahren im Bundestag bereits eine ansehnliche Rente einstreichen dürfen.

Wie kann man einem Menschen nur zumuten, ganze 24 Monate länger zu arbeiten. Wo Arbeit doch an sich bereits der Gipfel der Ungerechtigkeit ist.

Wenn zu irgendeinem Thema in Deutschland von politischer Seite die Ungerechtigkeitsdebatte geführt wird, dann werden natürlich gerne ein paar Zahlen unter den Tisch gekehrt. So wurde unser System der „Umverteilung“ bereits zum Ende des 19. Jahrhundert erfunden und mündete in ein Gesundheits- und Rentensystem. Blicken wir nur auf die letzten 50 Jahre, dann hat sich die Lebenserwartung um beinahe 9 Jahre verlängert. Heißt im Klartext. Ein Rentner lebt im Schnitt 9 Jahre länger und bezieht auch 9 Jahre länger seine Rente. Diese Rente bezieht er jedoch von all denen, die die Rente noch vor sich haben. Kombiniert mit unserer Bevölkerungsentwicklung ergibt sich zwangsläufig eine Erhöhung der Rentenbeiträge dieser Arbeitnehmer. Gerecht aus der Sicht der Arbeitnehmer wäre also ein Renteneintritt von 74!

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Wirklich gerecht für beide Parteien wäre nur die Halbierung. Von Gerechtigkeit im Rentensystem zu sprechen ist indes eh schwierig, weil mittlerweile nicht nur Rentenbeiträge für die Auszahlung der Rente genutzt werden, sondern auch Steuermittel. Was sollen da die Selbstständigen sagen, die keine Rentenbeiträge entrichten, keine Rente beziehen, aber über deren Steuerausgaben die Rente mitfinanzieren?

Ungerecht wäre es auch nicht, wenn alle Bundesbürger den gleichen Steuersatz hätten, denn unter dem Strich zahlt dann jemand mit 2.000 Euro im Monat weniger als jemand mit 20.000 Euro im Monat. Ungerecht ist auch die Kopfpauschale in der Krankenkasse nicht. Und bitte nicht falsch verstehen. Wir brauchen einen Sozialstaat, der bestimmte Mitbürger auffängt und diese finanziell unterstützt. Aber wenn unser Rentensystem ungerecht ist, die Idee des „Bedingungslosen Grundeinkommens“ erst recht und die Kopfpauschale im Gesundheitswesen dem ganzen die Krone aufsetzt, dann brauchen wir auch ein neues Preissystem für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen bei Aldi, Audi und Addidas.

© Foto by Antti-Pekka Lehtinen – www.istockphoto.de

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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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