Das Image der Banken ist miserabel. Nicht nur die Bürger zweifeln an den Geldinstituten, auch mangelt es an Nachwuchskräften. Nicht selten wird ein Studium der Ausbildung in der Bank vorgezogen. Wie schaffen sie es trotzdem den Nachwuchs zu begeistern?

Es gab Zeiten, da war die Bankenlehre eine prestigereiche, angesehene Ausbildung. Wer seine Karriere bei der Bank begann, der sollte ein erfolgreiches Leben führen, so die allgemeine Meinung. In der Familie und vor Freunden konnte man mit dem angehenden Banker angeben und begeistern. Aber die Zeiten haben sich geändert. Das Image der Banken hat sich durch Krisen, mangelnde Transparenz und die überhöhten Bonifikationen der Topmanager verschlechtert. Banker und Finanzdienstleister haben sich personifiziert zum Staatsfeind Nr. 1. Das geht aus der Studie der gfk Marktforschung zum Vertrauen der Deutschen in Institutionen, Banken und Versicherungen hervor. Dadurch ist auch die Zahl der Banklehrlinge rapide gesunken. Banken können nicht mehr aus einer Vielzahl von Bewerbungen wählen, sondern müssen neue Methoden nutzen, um Nachwuchskräfte zu werben.

Die meisten Menschen, vor allem die meisten jungen Ausbildungssuchenden treiben sich auf Facebook herum. Social Media hat sich zur beliebten Plattform entwickelt, um nach Auszubildenden zu fahnden. Commerzbank, Deutsche Bank und Postbank haben auf dem sozialen Netzwerk Fanpages eigens für das Karriereportal ins Leben gerufen, um so gerade junge Menschen anzusprechen.

Commerzbank, sowie Postbank halten ihre Seiten in deutscher Sprache. Sie kommunizieren über firmeninterne Events, Aktionen wie Auslosungen und Gewinnspiele und posten aktuelle Jobausschreibungen für frischgebackene Absolventen von Universitäten, und für Interessierte von Praktikas oder Ausbildungsstellen. Die Deutsche Bank macht es im Wesentlichen genauso, hält ihre Seite aber auf Englisch.

Denn grade das Hervorstechen in der Masse ist wichtig, um die leeren Stellen zu besetzen. So sind Banken sehr aktiv auf ihre Social Media Channels. Die Commerzbank zeigt großes Interesse an den eigenen Interessenten und geht auf die meisten Post, Anfragen und Äußerungen der „Fans“ ein, allerding nur auf die Positiven. Negative Meinungen dürfen zwar weiterhin auf der Pinnwand verweilen, bleiben aber unkommentiert. Die Deutsche Bank möchte ihre Nachwuchskräfte durch Erfolgsgeschichten eigener junger Mitarbeiter überzeugen. Getreu dem Motto: Seht her, das könnte auch euere Karriere sein!

Facebook hat sich zum Kriegsschauplatz für Banken entwickelt. Und es bietet einen Vorteil gegenüber anderen Methoden, wie Messen oder Werbung: Die Banken können sich gegenseitig besser beobachten. Sie können die Interessierten und Fans abwerben, anschreiben und für sich gewinnen, quasi den potenziellen Kandidaten direkt vor der Nase wegschnappen! Nur wie testet man die Effektivität von so direkten Methoden?

Das negative Image kann allerdings leicht behoben werden. Wenn echte, sympathische Menschen gezeigt werden, und nicht nur perfekte Kampagnenfotos, mit perfekten Models, steigt auch wieder die Sympathie. Und vielleicht kommen die Anwärter auf die freien Ausbildungsstellen dann auch wie von selbst…

Foto von Mikhail Zykov – www.istockphoto.de

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