Da ich beruflich viele Transaktionen am Aktienmarkt tätige, möchte ich im Folgenden en Detail näher betrachten, welche Grundregeln man beachten sollte. Mit Abstand das wichtigste ist die Wertpapierbezeichnung bzw. die WKN (Wertpapierkennnummer). Diese ist eine sechsstellige Zahl, welche die Aktie eindeutig identifiziert. Man sollte lieber zweimal die Wertpapierkennnummer überprüfen. Ein Zahlendreher und schon kauft man aus Versehen eine andere Aktie. Ich persönlich hatte mal diesen Fehler gemacht, konnte jedoch zum Glück den Kauf sofort stornieren und neu abrechnen lassen. Es entstand kein Schaden.

Ein weiterer Punkt ist der Orderplatz. Tendenziell sollte man bei der entsprechenden Aktie überprüfen, wie die Handelsumsätze an den deutschen Börsen sind. Dies kann man leicht über Finanzseiten wie finanzen.net unter Eingabe der entsprechenden WKN und anschließend unter der Rubrik Börsenplätze kontrollieren. Größere Titel aus dem Ausland sind auch über deutsche Börsen leicht veräußerbar, da die Umsätze auch dementsprechend hoch sind. An der Heimatbörse der Aktien sind deren Umsätze allerdings am größten. Beim Kauf eines amerikanischen Unternehmens muss man aber mit einem Aufschlag beim Kauf an der NYSE (New York Stock Exchange) rechnen. Die Transaktionskosten sind dann ein wenig höher. Was viele immer verwechseln: Es spielt keine Rolle, ob eine US-Aktie über XETRA in Euro oder in New York in US-Dollar gekauft wird. Die Währungsumwandlung in Dollar vollzieht die Aktie auch, wenn man sie über eine deutsche Börse in Euro kauft. Dies wird oft von Privatanlegern falsch verstanden, sie denken, sie müssten amerikanische Aktien unbedingt in den USA kaufen, um von der Währung zu profitieren. Dies ist eine falsche Annahme.

Ein nächster wichtiger Punkt ist der Limitkurs. Ich gebe bei jeder Order ein Limit beim Kauf und Verkauf ein. Dann besteht nicht die Gefahr, dass man bei geringen Umsätzen von dem Broker über den Tisch gezogen wird. Beim Kauf gibt es immer einen Geld- und einen Briefkurs. Geldkurs ist der höchste Preis, den ein Teilnehmer bereit ist, für die Aktie zu zahlen. Der Briefkurs ist der Tiefpreis, für den ein Verkäufer bereit ist, seine Aktien los zu werden. Zwischen Geld- und Briefkurs gibt es immer Differenzen, der sogenannte Spread. Wie im obigen Schaubild bei XETRA ist der Geldkurs 2,78€ und der Briefkurs 2,85€. Die Differenz spiegelt das Spiel zwischen Nachfrage (Geldkurs) und Angebot (Briefkurs). Bei einem Kauf würde ich mich mit meinem Limit entweder in den Spread zwischen 2,78€ und 2,85€ platzieren, also beispielsweise 2,82€ eingeben. Möchte ich die Aktie sofort erwerben, kann ich als Limitkurs die 2,85€ angeben. Dann würde ich die Aktie beim Orderplatz XETRA und Limit 2,85€ sofort kaufen.

Letzter Punkt ist die Dauer der Order. Will man eine Aktie sofort erwerben, kauft man tagesgültig zum Briefkurs. Hat man es mit dem Kauf nicht so eilig, kann man auch wie in unserem Beispiel die 2,82€ eingeben und die Dauer der Order auf Ultimo setzen. Ultimo bedeutet, dass die Order bis zum Monatsende läuft.

 

Bildnachweis: Börse Stuttgart
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Florian Müller ist Diplom Kaufmann, Blogger und Finanzautor. Ende 2015 kam sein Buch „Vorsorgemodell 4.0“ auf den Markt. Derzeit arbeitet Müller bei einer unabhängigen Vermögensverwaltung in Frankfurt am Main und betreut dort wohlhabende Kunden. Nebenbei betreibt er seinen eigenen Blog www.boerseneinmaleins.de

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