Die Schaffung einer konsequent von allen Mitarbeitern der Bank gelebten Risikokultur durch eine adäquate organisatorische Verankerung des Risikomanagements ist eine der zentralen Aufgaben, die sich Dr. Matthijs van den Adel, Chief Risk Officer der WestLB AG, vorgenommen hat. "Es wird höchste Zeit, das Risikomanagement wieder auf die Strategie der bank zu lenken. In der WestLB muss klar sein, dass die Implementierung einer Economic Capital-Strategie die gemeinsame Währung im Risikomanagement ist", so van den Adel im Rahmen eines Vortrags auf dem jährlichen Risiko-Gipfel SAS RISK 07 in Frankfurt. Das Ökonomische Kapital einer Bank müsse – gemeinsam mit Kosten und Ertrag – als wichtige Unternehmenskenngröße im strategischen und operativen Denken und Handeln von Mitarbeitern und Führungskräften wahrgenommen werden. Ohne es explizit auszusprechen, war der Bezug auf die jüngsten Ereignisse rund um die Regelverstöße im Eigenhandel doch unverkennbar. Durch Fehlspekulationen und mangelnde Sicherheitsvorkehrungen waren der Bank zuletzt nach ersten Schätzungen rund 100 Mio. € verloren gegangen. Vor allem van den Adel dürften die Vorkommnisse und die damit verbundene Negativpresse der letzten Tage besonders getroffen haben, ist doch er derjenige gewesen, der die WestLB vom „Risk Taker“ zum „Risk Manager“ umgeformt hat, mehr Transparenz ins Risikomanagement gebracht, die fehlende Verzahnung der einzelnen Risikoarten abgeschafft und eine Steuerung unter Risk-Return-Betrachtungen überhaupt erst möglich gemacht hat. "Die mit den einzelnen Geschäftsstrategien verbundene Risikonahme muss zum Risikoprofil der Bank passen", sagt van den Adel und meint damit indirekt, dass Ausrutscher wie der jüngste Insiderhandel-Skandal nun endgültig der Vergangenheit angehören müssen. Die Verfeinerung der Methoden zur Risiko- und Kapitalsteuerung nennt er deshalb auch als ausdrückliche Grundvoraussetzung, um das bewusste Eingehen von Risiken zur Wertsteigerung der Bank zeitnah realisieren zu können.

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